Der Euro blieb am Dienstag trotz der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise relativ stabil. Aufgrund der erwarteten Inflationsrate und der bevorstehenden Entscheidung der US-Notenbank Fed über ihren Kurs am Mittwoch spielten die Markterwartungen bezüglich möglicher Zinssenkungen eine entscheidende Rolle. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,0788 US-Dollar, etwas mehr als zu Handelsbeginn.
Laut dem US-Arbeitsministerium stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat im Dezember um 3,1 Prozent, wie von Ökonomen erwartet. Im Oktober hatte die Inflationsrate noch bei 3,2 Prozent gelegen. Die Experten erwarten nun, dass die Fed die Leitzinsen vorerst stabil halten wird und erst im kommenden Jahr Leitzinssenkungen in Betracht ziehen wird.
Die Commerzbank-Ökonomen Bernd Weidensteiner und Christoph Balz kommentierten die Inflationsdaten mit den Worten: 'Auch wenn die Inflation weiterhin über dem Ziel der Fed liegt, bewegt sie sich im Großen und Ganzen in die von der Fed gewünschte Richtung.' Sie erwarteten jedoch, dass Fed-Chef Powell auf der anschließenden Pressekonferenz nach der Sitzung am Mittwoch die Spekulationen über Zinssenkungen dämpfen wird. Nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten legte der Euro kurzzeitig zu, gab jedoch seine Gewinne schnell wieder ab.
Positiv aufgenommene Konjunkturdaten aus Deutschland lieferten zeitweise Unterstützung für den Euro. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen im Dezember den fünften Monat in Folge. 'Trotz der aktuellen Haushaltskrise sind die Lageeinschätzung und die Konjunkturerwartungen für Deutschland erneut leicht gestiegen', erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass sich der Anteil der Befragten, die mittelfristig Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) erwarten, verdoppelt habe.
Die EZB legte die Referenzkurse für einen Euro zu anderen wichtigen Währungen wie folgt fest:
- 0,85928 britische Pfund
- 156,84 japanische Yen
- 0,9443 Schweizer Franken
Am Nachmittag wurde die Feinunze Gold in London mit 1983 Dollar gehandelt, etwa ein Dollar mehr als am Vortag.