Private-Equity-Firmen planen, im Jahr 2025 eine Vielzahl europäischer Portfoliounternehmen an die Börse zu bringen, um Kapital an ihre Kunden zurückzuführen. Die Herausforderung: Aktienmarktinvestoren schrecken häufig vor den mitgebrachten hohen Schuldenbergen zurück. Um dieses Dilemma zu lösen, untersuchen Private-Equity-Gruppen verschiedene Strategien zur Bereinigung ihrer Bilanzen. Eine Möglichkeit besteht darin, die Schulden in eine externe Unternehmensstruktur zu verlagern, die nicht Teil des zu listenden Unternehmens ist. Diese Finanzlösung, die üblicherweise bei privaten Unternehmen angewendet wird, könnte entscheidend für einen IPO-Start sein, insbesondere in Zeiten steigender Zinssätze und schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen. Laut Alex Watkins von JPMorgan Chase & Co. gibt es zunehmend Druck auf Private-Equity-Firmen, Investitionen zu veräußern, was neue Ansätze erforderlich macht. Eine Erhöhung des Eigenkapitals vor dem Börsengang oder die Übertragung von Schulden auf Aktionäre könnte den Weg für diese Listings ebnen. Der IPO-Markt in Europa erfährt eine allmähliche Erholung und Banker erwarten, dass im nächsten Jahr viele Angebote von Private-Equity-Firmen kommen werden, welche ihre Assets nach den schwierigen letzten Jahren abstoßen. Aufgrund der in der Vergangenheit durch Hebelfinanzierungen gesicherten Investitionen steht die Entschuldung bei steigenden Zinsen nun im Mittelpunkt. Experten betonen, dass Unternehmen ihre Schulden nicht höher als das Dreifache ihrer Kernerträge halten sollten, um öffentlich zu werden. Trotz der Möglichkeit, durch Kapitalerhöhungen Schulden abzubauen, birgt diese Praxis Risiken, insbesondere wenn hohe Beträge benötigt werden. Andreas Bernstorff von BNP Paribas SA weist darauf hin, dass Private Equity zunehmend kreative Lösungen sucht, wie Payment-in-Kind-Schulden, um mehr Flexibilität bei der Schuldenlast zu gewinnen. Solche Strukturen, die den Sponsor für die Schuldenbedienung verantwortlich machen, gewinnen bei IPO-Investoren an Akzeptanz.
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Europas IPO-Landschaft: Private Equity sucht kreative Wege zur Entschuldung