In einem imposanten Aufwärtstrend haben Europas Bankenriesen ein fulminantes Jahr hinter sich gebracht. Experten von EY unterstreichen, dass die gestiegenen Zinsen als Hebel für üppige Gewinne dienten und so europäische Finanzinstitutionen zur amerikanischen Konkurrenz aufschließen konnten. Der Anstieg des Nettogewinns bei den zehn größten Banken Europas, unter denen die Deutsche Bank als deutsche Stolzschiff vertreten ist, um beeindruckende 29 Prozent auf nahezu 100 Milliarden Euro zeugt von der erfolgreichsten Dekade. Währenddessen erzielten die US-Bankhäuser lediglich ein Wachstum von vier Prozent, summierend zu 146 Milliarden Euro.
Das beeindruckende Wachstum hat einen klaren Spitzenreiter: JPMorgan Chase aus den USA, dicht gefolgt von der UBS in der Schweiz. Diese Konstellation spiegelt das enorme Potenzial der Banken wider, enorme Summen zu generieren. Im Rennen um die Profitabilität – gemessen an der Eigenkapitalrendite – ließen sich die europäischen Institute mit 10,9 Prozent nicht mehr abhängen und erreichten nahezu den US-Standard von 11 Prozent. Ein klarer Indikator für die Effizienz, mit der die Geldhäuser ihre Kapitalreserven zu nutzen wissen.
Zugleich merkten die US-Giganten eine deutliche Abkühlung im Geschäft mit Börsengängen und Fusionen. Dieser Gegenwind, der ihnen stärker zu schaffen machte als den europäischen Instituten, bremste die Gewinnentwicklung. Nichtsdestotrotz dominiert Amerikas Bankenelite nach wie vor hinsichtlich der Marktkapitalisierung. Mit einem eindrucksvollen Wert von 1,32 Billionen Euro überragen sie Europas Finanzfürsten, deren Börsenwert sich auf 551,6 Milliarden Euro summiert.
Doch der Abstand zwischen den beiden Finanzwelten konnte nicht erstarrt werden. Eine 2-prozentige Steigerung des Börsenwertes europäischer Banken gegenüber einem 8-prozentigen Zuwachs ihrer US-Kontrahenten als Vergleichszahlen seit Jahresbeginn offenbaren, dass Europa auf einem aufsteigenden Pfad wandelt, auch wenn die absolute Spitze noch in der Ferne liegt.