23. August, 2026

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Europas Börsen aufwärts: EuroStoxx 50 erreicht Sechs-Wochen-Hoch

Europas Börsen aufwärts: EuroStoxx 50 erreicht Sechs-Wochen-Hoch

An Europas Börsen setzt sich der Aufwärtstrend fort. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 erreichte den höchsten Stand seit Anfang August und schloss mit einem Plus von 0,86 Prozent auf 4452,77 Punkte ab. Auch die großen Länderbörsen konnten sich behaupten: Der Cac 40 stieg um 0,74 Prozent auf 7386,99 Zähler an. Der spanische Ibex-35-Index erreichte sogar ein Hoch seit Mai 2018, und der deutsche Dax knackte ein Rekordhoch.

Für Rückenwind sorgt die Aussicht auf ein Ende der Zinserhöhungen in der Eurozone. EZB-Direktorin Isabel Schnabel äußerte sich dahingehend, dass weitere Zinsanhebungen angesichts des jüngsten Inflationsrückgangs eher unwahrscheinlich seien. Aufgrund ihres Rufes als Befürworterin einer straffen Geldpolitik wurden Schnabels Äußerungen als Hinweis auf stabile Leitzinsen interpretiert.

Negativ fiel hingegen der britische FTSE 100 auf, der um 0,31 Prozent auf 7489,84 Punkte nachgab. Hier drückten die Aktien großer Minenkonzerne aufgrund fallender Preise für Industriemetalle wie Kupfer und Nickel auf die Stimmung.

Im Telekomausrüster-Sektor gab es deutliche Gewinner und Verlierer. Während die Aktien des finnischen Unternehmens Nokia rund 6 Prozent einbüßten, konnten die Anteile des schwedischen Konkurrenten Ericsson um gut 6 Prozent zulegen. Grund dafür war ein Großauftrag des US-amerikanischen Telekomanbieters AT&T, bei dem Ericsson den Vorzug vor Nokia erhielt. Der Vertrag hat ein Volumen von 14 Milliarden Dollar (12,9 Mrd Euro) und erstreckt sich über fünf Jahre. Dies ist für Ericsson ein wichtiger Schritt, um seine Verbindungen zu AT&T weiter auszubauen. Derzeit ist das Unternehmen für etwa zwei Drittel des Netzes des amerikanischen Telekomriesen zuständig, während das andere Drittel von Nokia betreut wird. Die Finnen hingegen rechnen nun mit Umsatzeinbußen in ihrem Netzwerkgeschäft mit AT&T.

Der Pharmakonzern Roche konnte hingegen von einem Studienerfolg bei der Behandlung von Brustkrebs profitieren und setzte seine Vortagesgewinne mit knapp 2 Prozent Plus fort. Allerdings schwächelten andere Schwergewichte wie Novartis, was zu einem Nachgeben des Pharmasektors führte.

Immobiliengesellschaften waren hingegen die Favoriten des Tages. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Real Estate erreichte ein weiteres Erholungshoch seit März diesen Jahres. Dies steht im Gegensatz zu den 15 Prozent Verlusten, die er noch im Oktober verzeichnete. Inzwischen haben sich die Aussichten für den zinssensiblen Sektor deutlich verbessert, wie Analyst Jonathan Kownator von Goldman Sachs in einem Branchenausblick festhält. Die Volkswirte von Goldman Sachs erwarten ab dem zweiten Quartal in Europa Zinssenkungen.