Die dynamischen Anfänge an den europäischen Börsen haben am Mittwoch keine nachhaltige Fortsetzung gefunden. Nach ermutigenden Impulsen aus den Vereinigten Staaten, besonders aus dem Technologiesektor, schienen die Kurse zuerst auf Wachstumskurs zu gehen. Doch zum Tagesende zeigte sich Zurückhaltung bei den Investoren, was auch an der Wall Street zu beobachten war, wo die Kurse trotz eines starken Beginns im späteren Handel Verluste hinnehmen mussten.
Der europäische Leitindex EuroStoxx 50, der während der Woche Zuwächse von bis zu 2,3 Prozent verzeichnen konnte, hat schlussendlich die 5000-Punkte-Grenze nicht durchbrochen und ist um 0,37 Prozent auf 4989,88 Punkte gefallen. Auch auf nationaler Ebene mussten wichtige Indizes leichte Verluste hinnehmen: Der französische CAC 40 gab um 0,17 Prozent auf 8091,86 Punkte nach, und der britische FTSE 100, trotz eines anfänglichen Rekordhochs, endete mit einem Minus von 0,06 Prozent auf 8040,38 Punkte.
Ein positiver Trend war im Rohstoffsektor zu verzeichnen, der um 1,6 Prozent stieg und damit die Spartenführung übernahm, knapp vor den Technologiewerten, die dem Berichtssaison-Optimismus folgten. Dabei richten sich die Blicke auf die bevorstehenden Quartalszahlen von Schwergewichten wie Meta, Alphabet und Microsoft.
Im Fokus stand auch der Bereich der Halbleiter, wobei Infineon als Spitzenreiter des EuroStoxx mit einer Steigerung von 5,5 Prozent glänzen konnte. Positive Nachrichten global agierender Unternehmen trugen dazu bei, mit Texas Instruments aus den USA, Hynix aus Asien und dem Ausrüster ASM International aus Europa, welcher um elf Prozent zulegte.
Der britische Konsumgüterkonzern Reckitt konnte ebenfalls mit seinen Quartalsergebnissen überraschen und übertraf mit einem internen Wachstum die Markterwartungen, was zu einem Anstieg von fast drei Prozent führte.
Enttäuschungen wurden jedoch nicht ausgespart. Ein Beispiel hierfür ist Kering, dessen Aktien um fast sieben Prozent nachgaben, nachdem der französische Modekonzern einen Gewinneinbruch prognostizierte. Der Luxusgütersektor zeigte jedoch keine einheitliche Reaktion, da LVMH sich besser behaupten konnte, ein Indikator dafür, dass die Probleme bei Kering als unternehmensspezifisch wahrgenommen wurden.
Unterdessen konnte der Pharmagigant Roche nicht an die positiven Resultate seines Konkurrenten Novartis anknüpfen, und der Kurs gab um 3,3 Prozent nach. Ursächlich hierfür waren laut DZ Bank Währungseffekte, wegfallende COVID-Umsätze und der zunehmende Generikadruck.
Auch andere bedeutende Unternehmen verzeichneten Kurseinbußen. Air Liquide wurde von niedrigeren Energiepreisen und negativen Wechselkurseinflüssen getroffen, die zu einem Umsatzrückgang im ersten Quartal führten, woraufhin die Aktie um 2,3 Prozent sank. Betrachtet man den Automobilsektor, so fällt der Rückgang von Volvo Car auf. Mit einem Minus von zehn Prozent verfehlte das Unternehmen die Analystenerwartungen hinsichtlich Umsatz und Gewinn.