22. August, 2026

Märkte

Europäische Börsen im Rückwärtsgang – Volatilität nimmt zu

Europäische Börsen im Rückwärtsgang – Volatilität nimmt zu

Die europäischen Börsen erlitten am Freitag herbe Rückschläge. Angesichts mäßiger Vorgaben aus den USA und enttäuschender Wirtschaftsdaten liefen die Geschäfte bislang recht unspektakulär. Jedoch könnte der "große Verfall" an den Terminbörsen im weiteren Verlauf "insbesondere bei Einzelwerten zu erheblichen Volatilitäten führen", erklärte Marktexperte Andreas Lipkow.

Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, verbuchte am späten Vormittag ein Minus von 0,64 Prozent und notierte bei 4915,96 Punkten. Auch der französische CAC 40 musste Federn lassen und sank um 0,45 Prozent auf 7636,79 Zähler. Zeitgleich fiel der britische FTSE 100 um 0,78 Prozent auf 8207,61 Punkte.

Ein ernstes Warnsignal kam aus konjunktureller Sicht: Die wirtschaftliche Stimmung in der Eurozone verschlechterte sich im Juni merklich. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global sank um 1,4 Punkte auf 50,8 Zähler. Analysten hatten hier eine leichte Verbesserung erwartet.

Die enttäuschenden Konjunkturdaten spiegelten sich in der Performance verschiedener Branchen wider. Während zyklische Sektoren Schwäche zeigten, hielten sich defensive Bereiche wie Versorger, Pharmaunternehmen und Telekommunikation vergleichsweise stabil. Auch der Technologiebereich kam unter Druck, belastet durch schwächelnde US-Titel, was sich in einem Verlust von 1,2 Prozent bei ASML bemerkbar machte.

Stahlwerte litten besonders unter einer skeptischen Studie von Morgan Stanley. Analyst Alain Gabriel wies darauf hin, dass die Stahlpreise in Europa zwar einen Tiefpunkt erreicht haben könnten, es den Kunden jedoch an Bereitschaft fehle, die Lagerbestände aufzufüllen. Hinzu kamen die niedrigen Importpreise, wodurch ArcelorMittal um 1,1 Prozent nachgaben.

Im Industriesektor fiel besonders ABB ins Gewicht, deren Aktie um 2,5 Prozent nachgab. Die Deutsche Bank hatte den Titel auf "Sell" abgestuft und dies mit der hohen Bewertung begründet. Auch Schneider Electric blieb nicht verschont und verlor 1,3 Prozent.