Die Strategen des europäischen Energiemarkts richten ihre Aufmerksamkeit auf die Sicherstellung der kontinuierlichen Durchleitung von Erdgas durch die Ukraine, wie jüngste Entwicklungen aus der Energieszene belegen. SPP, der größte Gaskäufer der Slowakei, hat gemeinsam mit weiteren Energievertretern aus Ungarn, Österreich und Italien eine Deklaration verfasst, die den Gastransit durch die Ukraine unterstützt. Dies sei laut SPP-Geschäftsführer Vojtech Ferencz sowohl für europäische Gaskonsumenten als auch für die Ukraine vorteilhaft.
Die beteiligten Länder sind aktuell in Verhandlungen, um den Gasfluss trotz des nahenden Endes eines Transitabkommens zwischen Kiew und Moskau aufrechtzuerhalten. In der Zwischenzeit macht der ukrainische Premierminister Denys Schmyhal deutlich, dass die Ukraine bereit ist, ein neues Abkommen zu schließen, eine Verlängerung des bestehenden Vertrags jedoch ausgeschlossen ist.
Angesichts eines künftigen angenommenen Bedarfs von etwa 15 Milliarden Kubikmetern russischen Gases im Jahr 2024, ist dies von entscheidender Bedeutung für den europäischen Markt. Die von SPP initiierte Erklärung fand Unterstützung durch den slowakischen Pipeline-Betreiber Eustream sowie durch ungarische Gruppen wie MVM und MOL und diverse Industrieverbände.
Die Präsentation dieser Erklärung vor EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist bereits in Planung. Ferencz betont, dass ein Wegfall der östlichen Gaslieferungen SPP 150 Millionen Euro kosten würde, während der größere slowakische Markt mit Mehrkosten von insgesamt 220 Millionen Euro konfrontiert wäre.