Der US-Dollar nimmt seinen Aufwärtstrend wieder auf, nachdem er nach den jüngsten politischen Entwicklungen rund um den designierten US-Präsidenten Donald Trump eine kleine Pause eingelegt hatte. Anleger sind gespannt auf zusätzliche Hinweise zu den geplanten politischen Maßnahmen Trumps, während der japanische Yen an Wert verliert, da die Nachfrage nach sicheren Häfen schwindet. Am Vortag war der Dollar zusammen mit anderen sicheren Währungen wie dem Yen aufgrund geopolitischer Sorgen gestiegen, allerdings hatte Russlands Ankündigung, seine Schwelle für einen Nuklearschlag zu senken, die Märkte beunruhigt. Russlands Außenminister beschwichtige jedoch, indem er versicherte, das Land werde alles tun, um einen Nuklearkonflikt zu vermeiden. Laut Jane Foley, Leiterin der Devisenstrategie bei Rabobank in London, bleiben die Märkte jedoch wachsam gegenüber neuen Entwicklungen im Russland-Ukraine-Konflikt. Der Yen fiel auf 155,815 gegenüber dem Dollar zurück und gab damit die Kursgewinne des Vortags wieder ab. Mit dem aktuellen Rückgang auf ein Drei-Monats-Tief wächst die Erwartung einer möglichen geldpolitischen Straffung der Bank of Japan. Marktspekulationen über ein Eingreifen der Institution könnten vorerst aufgrund erfolgreichen verbalen Drahtseilakts ausbleiben, so Foley. Japans Notenbankchef Kazuo Ueda widmete der Währungssituation in dieser Woche nur geringe Beachtung. Der Dollar-Index, der die Währung gegen sechs bedeutende Konkurrenten misst, legte um 0,5 % auf 106,59 zu und machte damit Verluste der letzten drei Tage wett. Anleger kalkulieren weiterhin mit bedeutenden fiskalischen Stimuli unter der neuen US-Administration, was potenziell zu Inflation führen könnte und möglicherweise der Tendenz der Federal Reserve zur Lockerung der Geldpolitik entgegenwirkt. Die Ernennung eines US-Finanzministers steht noch aus und sorgt für Unsicherheit, obgleich einige von Trumps bisherigen Personalentscheidungen aufgrund mangelnder Erfahrung seiner Kandidaten kritisch beäugt werden. Finanzstrategen von DBS weisen darauf hin, dass der 'Trump Trade' – der den Dollar stärkte – vor Herausforderungen steht, nicht zuletzt wegen der umstrittenen Kabinettsnominierungen und der Eskalation im russisch-ukrainischen Krieg.
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Dollar-Erholung: Yen büßt an Boden ein