22. August, 2026

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Die hitzige Debatte um Apples DMA-Umsetzung: Ein Spannungsfeld aus Sicherheit und Wettbewerb

Die hitzige Debatte um Apples DMA-Umsetzung: Ein Spannungsfeld aus Sicherheit und Wettbewerb

Die Umsetzung der neuen europäischen Vorschriften für große Online-Plattformen sorgt beim Technologieriesen Apple weiterhin für kontroverse Diskussionen. Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat in einem Interview mit dem US-Sender CNBC ihre Bedenken hinsichtlich der aktuellen Maßnahmen von Apple geäußert.

Der Digital Markets Act (DMA) zwingt Apple dazu, den Download von Apps auch außerhalb des firmeneigenen App Stores zu ermöglichen. Apple warnt jedoch, dass eine solche Öffnung die Sicherheitsrisiken für Nutzer erhöhen könnte und hat die neuen Regelungen mit zusätzlichen Abgaben und Auflagen verbunden. Kritik kommt vor allem vom Musikstreaming-Marktführer Spotify, der dem Konzern vorwirft, sein bisheriges Geschäft zu schützen.

Vestager betonte, dass die Untersuchung hinsichtlich Apples DMA-Umsetzung noch andauere, zeigte sich jedoch überrascht über das Ausmaß der Vorwürfe, dass Apple gegen die neuen Vorgaben verstoßen haben könnte. „Ich finde sie sehr ernst“, erklärte sie. Zum aktuellen Zeitpunkt hat Apple noch keine Stellungnahme zu Vestagers Äußerungen abgegeben.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Greg Jozwiak, Apples Marketingchef, im Podcast „The Talk Show“ erläutert, dass viele der auferlegten Vorschriften den Sicherheits- und Datenschutzbedürfnissen der Apple-Nutzer widersprächen. Dies habe das Unternehmen durch „massive Anstrengungen vieler Leute“ ausgleichen müssen.

Mitte März führte Apple neue Geschäftsbedingungen ein, die unter anderem eine jährliche "Kerntechnologiegebühr" von 50 Cent pro App-Installation nach einer Million Downloads vorsehen. Alternativ können Entwickler das bisherige Modell nutzen und ihre Apps ausschließlich über den App Store vertreiben, wobei sie weiterhin eine Abgabe von 15 bis 30 Prozent zahlen.

Laut der Financial Times plant die Europäische Kommission, Apple als erstes Unternehmen wegen eines Verstoßes gegen die DMA zu sanktionieren. Informierte Kreise berichten, dass Apple seine Verpflichtung nicht erfüllt hat, Nutzer gebührenfrei auf Angebote außerhalb des App Stores hinzuweisen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 10 Prozent des jährlichen Umsatzes, bei wiederholten Verletzungen sogar bis zu 20 Prozent. Als letzte Konsequenz könnte auch eine Zerschlagung des Unternehmens im Raum stehen. Über mögliche Strafen könnten letztlich Gerichte entscheiden.