22. August, 2026

Märkte

Deutsche Märkte unter Druck: Dax und MDax verlieren, Covestro im Fokus

Deutsche Märkte unter Druck: Dax und MDax verlieren, Covestro im Fokus

Der deutschen Aktienmarkt musste am Dienstag angesichts der bestehenden Unsicherheiten nach den Europawahlen erneut Verluste hinnehmen. Zudem warten die Anleger gespannt auf die am Mittwoch anstehenden Inflationsdaten und geldpolitischen Signale aus den USA.

Zum Handelsschluss verbuchte der Dax ein Minus von 0,68 Prozent und notierte bei 18.369,94 Punkten, knapp über seinem Tagestief. Auch der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen verlor 1,06 Prozent und schloss bei 26.457,33 Punkten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab ebenfalls rund ein Prozent nach, während der britische FTSE 100 und der französische Cac 40 deutliche Einbußen verzeichneten. An den New Yorker Börsen konnte der Dow Jones Industrial sein Minus auf 0,6 Prozent eingrenzen, während der technologielastige Nasdaq 100 seine Verluste ausglich.

Die Marktteilnehmer blicken gespannt auf die US-Zinsentscheidung am Mittwochabend. Es wird erwartet, dass die Federal Reserve (Fed) den Leitzins unverändert lassen wird. Die aktuelle Inflationsentwicklung könnte jedoch Hinweise auf den Zeitpunkt der nächsten Zinssenkung geben. Hinweise hierzu könnten sowohl aus der Stellungnahme der Fed als auch der Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell kommen.

Die gestiegene Unsicherheit zeigte sich auch an den erhöhten Renditen französischer Staatsanleihen, bedingt durch eine mögliche politische Machtverschiebung in Frankreich nach den Europawahlen. Präsident Emmanuel Macron hat in Reaktion auf die Wahlergebnisse eine Neuwahl der Nationalversammlung angekündigt. Dies belastete vor allem französische Bankaktien. Im Dax verzeichneten die Commerzbank und Deutsche Bank mit einem Kursrückgang von jeweils über drei Prozent die größten Verluste.

Auf der Gewinnerseite stand hingegen der Kunststoffhersteller Covestro, dessen Aktien um 7,1 Prozent zulegten und damit den höchsten Stand seit fast zwei Monaten erreichten. Hintergrund sind Fortschritte in den Übernahmegesprächen mit Adnoc, dem staatlichen Ölkonzern der Vereinigten Arabischen Emirate.

Bei den Druckmaschinenherstellern sorgte die Nachlese der Fachmesse Drupa für positive Stimmung. Koenig & Bauer zog ein positives Fazit hinsichtlich der Auftragseingänge, allerdings notierten die Aktien nur ein Plus von 0,7 Prozent. Heidelberger Druck konnte im Nebenwerte-Index SDax einen Kursgewinn von 3,8 Prozent verbuchen.

Einen herben Rückschlag erlitten die Titel von Hapag-Lloyd, die um 9 Prozent abstürzten. Ein Händler verwies auf die Spannungen im Nahen Osten und deren Einfluss auf die internationalen Frachtraten nach dem militärischen Vorgehen der israelischen Armee gegen die Hamas und den Angriffen der Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer.

Am Devisenmarkt sank der Euro auf 1,0734 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0730 US-Dollar fest. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite leicht von 2,70 Prozent auf 2,71 Prozent, während der Rentenindex Rex um 0,05 Prozent auf 123,38 Punkte fiel und der Bund-Future um 0,39 Prozent auf 130,16 Punkte zulegte.