22. August, 2026

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Deutsche Firmen appellieren vor China-Reise von Minister Habeck

Deutsche Firmen appellieren vor China-Reise von Minister Habeck

Vor dem bevorstehenden Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in China haben deutsche Unternehmen in der Volksrepublik ihre Forderungen nach mehr Unterstützung aus Berlin intensiviert und auf aktuelle Herausforderungen hingewiesen. Laut einer Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) bewerten 61 Prozent der über 180 befragten Mitgliedsunternehmen den Preisdruck als derzeit größte Herausforderung. Dieser resultiere aus dem intensiven Wettbewerb, der durch die schwache Nachfrage in China und weltweit verschärft werde, erklärte Clas Neumann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Handelskammer in Ostchina.

Die Unternehmen erwarten von dem Grünen-Politiker, der diese Woche in China zu Besuch ist, insbesondere, sich für eine Gleichbehandlung chinesischer und ausländischer Firmen stark zu machen. Maximilian Butek, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der AHK Ostchina, äußerte die Hoffnung, dass die kürzlich von der EU angedrohten Strafzölle gegen chinesische E-Autos nicht das einzige Gesprächsthema seien. Seit längerem beklagen die deutschen Firmen unfaire Wettbewerbsbedingungen und erschwerten Marktzugang.

75 Prozent der befragten Firmen beobachteten zudem Überkapazitäten in ihren Branchen. Diese hätten fast bei allen negative Auswirkungen auf das Geschäft. China wird bereits seit längerem vorgeworfen, staatlich geförderte Überkapazitäten in Industrien wie der Batterieherstellung und der Solarindustrie zu erzeugen. Diese Vorwürfe werden jedoch von Peking zurückgewiesen, wobei man die Innovationskraft der betroffenen Industriezweige betont.

Butek äußerte die Überzeugung, dass der Markt das Problem der Überkapazitäten mittelfristig selbst regulieren werde. Er betonte, dass es jedoch noch zwei bis drei Jahre dauern könne, bis eine Konsolidierung stattfinde und die Überkapazitäten reduziert würden. Des Weiteren hoffe die AHK auf eine steigende weltweite Nachfrage.

Trotz dieser vielen Herausforderungen bleibt mehr als ein Drittel (38 Prozent) der deutschen Unternehmen laut Umfrage optimistisch und erwarten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Fast die Hälfte der Firmen rechnet nicht mit einer Veränderung, während 16 Prozent eine Verschlechterung befürchten. Nur etwa ein Viertel erwartet steigende Gewinne in diesem Jahr. In den nächsten zwei Jahren plant lediglich etwas über die Hälfte, weitere Investitionen in China vorzunehmen.

China kämpft weiterhin mit einer schwachen Binnennachfrage, während eine Immobilienkrise, hohe Jugendarbeitslosigkeit und kommunale Schulden die Wirtschaft belasten. Im internationalen Handel gibt es Spannungen mit wichtigen Partnern wie den USA und der EU. An der AHK-Umfrage nahmen zwischen dem 21. und 29. Mai 186 der insgesamt 2100 Mitgliedsunternehmen teil, wobei Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Automobilindustrie besonders stark vertreten waren.