22. August, 2026

Märkte

Deutsche Bundesanleihen starten mit Kursverlusten in die Woche

Deutsche Bundesanleihen starten mit Kursverlusten in die Woche

Zum Wochenbeginn mussten deutsche Bundesanleihen Kursverluste hinnehmen. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future sank bis zum Abend um 0,48 Prozent und notierte bei 132,41 Punkten. Im Gegenzug stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,41 Prozent.

Die Situation auf den Anleihenmärkten bleibt angespannt, hat sich jedoch im Vergleich zu den jüngsten Turbulenzen vorerst stabilisiert. Französische Staatsanleihen waren in der vergangenen Woche besonders unter Druck geraten, ebenso wie italienische Papiere. Verantwortlich dafür war das enttäuschende Abschneiden der Partei von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bei der Europa-Wahl.

In einer Reaktion darauf löste Macron die Nationalversammlung auf und setzte Neuwahlen an. Diese Entscheidung könnte zu einer politischen Spaltung zwischen Präsidentschaft und Parlament führen, was als Kohabitation bekannt ist. Analyst Daniel Lenz von der DZ Bank erwartet, dass die politische Unsicherheit in Frankreich auch in dieser Woche anhalten wird.

Etwas Beruhigung kam zu Wochenbeginn durch Aussagen der Rechtspopulistin Marine Le Pen vom Rassemblement National (RN). Le Pen verkündete am Wochenende, dass sie im Falle eines Wahlsiegs nicht versuchen werde, Macron aus dem Amt zu drängen. Stattdessen wolle sie eine Zusammenarbeit mit ihm anstreben.

Zusätzliche beruhigende Signale kamen von der Europäischen Zentralbank (EZB). Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Marktlage beobachtet werde, während Chefökonom Philip Lane von einer Neubewertung an den Märkten sprach, ohne jedoch eine ungeordnete Marktdynamik zu sehen. Darüber hinaus verfügt die EZB über ein spezielles Anleihen-Kaufprogramm namens TPI, das sie im Ernstfall nutzen kann, um ungerechtfertigte Marktbewegungen zu kompensieren.