Die Deutsche Bundesanleihen verzeichneten am Montag Kursgewinne. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg bis zum Nachmittag um 0,49 Prozent auf 134,97 Punkte. Im Gegenzug fiel die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,24 Prozent.
Händler führten den Rückgang der Kapitalmarktzinsen auf Äußerungen von Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau zurück. In einem Zeitungsinterview bekräftigte er am Wochenende die Absicht der Europäischen Zentralbank (EZB), in diesem Jahr mit Zinssenkungen zu beginnen. Darüber hinaus erklärte er, dass auf den kommenden Sitzungen des EZB-Rats alles offen sei. Aktuell wird erwartet, dass die EZB bereits im April ihre erste Zinssenkung durchführen wird. Experten betrachten diesen Zeitpunkt jedoch überwiegend als zu früh.
EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bestätigte am Montag die Haltung des Rates, wonach die Wende zu sinkenden Leitzinsen von der konjunkturellen Lage abhänge und nicht von festgelegten Kalenderdaten. Der slowakische Notenbankchef Peter Kazimir äußerte sich etwas konkreter und geht davon aus, dass die erste Zinssenkung eher im Juni als im April stattfinden wird. Allerdings betonte er auch, dass der genaue Zeitpunkt des ersten Zinsschritts zweitrangig für dessen Wirkung sei.
Die laufende Woche steht vor allem in der Eurozone ganz im Zeichen wichtiger Ereignisse. Es werden Wachstumsdaten für das Schlussquartal sowie neue Inflationsdaten erwartet, die beide entscheidend für den Kurs der EZB sind.
Auch in den USA stehen interessante Veröffentlichungen an, darunter der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung und der ISM-Index. Die US-Zentralbank Federal Reserve wird ihre Zinsentscheidung treffen. Großbritannien hingegen wird ebenfalls über seine Zinsen entscheiden, und zwar die Bank of England.