Die Deutsche Börse kann dank florierender Geschäfte und einer strategischen Übernahme ihre Erlöse im ersten Quartal deutlich verbessern. Wie der Dax-Konzern mit Hauptsitz in Eschborn bekannt gab, legten die Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro zu. Besonders erfreulich entwickelte sich das operative Ergebnis (Ebitda), das mit einem Anstieg von 13 Prozent auf 875 Millionen Euro die Erwartungen des Marktes wesentlich übertraf. Der scheidende CEO Theodor Weimer bestätigte außerdem die Ziele für das Gesamtjahr, während dessen die Aktie nachfrühlichen Zugewinnen im Handelsverlauf an Schwung verlor.
Weimer, der dieses Jahr seine CEO-Position abgeben wird, hat das Ziel, den Wachstumserfolg seines Unternehmens weiter zu festigen. Für 2024 prognostiziert er eine Steigerung der Nettoerlöse auf mehr als 5,6 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis, das die 3,2 Milliarden Euro übersteigt. Die mittelfristigen Ambitionen bis 2026 sehen ebenfalls ein jährliches prozentual zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis vor.
Die Nachfolgefrage klärte die Deutsche Börse bereits im März. Stephan Leithner, ehemals tätig bei der Deutschen Bank, wird ab Oktober als Co-Chef agieren und ab dem Jahreswechsel für mindestens fünf Jahre die Geschicke des Marktbetreibers allein lenken.
Seit seinem Antritt hat der scheidende CEO Weimer durch Akquisitionen, darunter die von Simcorp für 3,9 Milliarden Euro im Herbst 2023, das Angebot an Daten- und Softwarelösungen ausgeweitet, wodurch die Abhängigkeit vom volatilen Finanzmarkt sinkt. Der jüngste Ertragsanstieg ist zu zwei Dritteln auf die Simcorp-Übernahme zurückzuführen.
Kräftige Impulse für das organische Wachstum kommen zudem aus der Nachfrage nach Stromderivaten, aus Geschäftsabschlüssen mit neuen und bestehenden Kunden im Softwarebereich und aus der hohen Nachfrage nach Repo-Produkten. Auch gestiegene Zinsen trugen zu erhöhten Zinserträgen im Fonds- und Wertpapiergeschäft bei, obwohl schwächere Aktienmarktschwankungen dem entgegenwirkten. Trotzdem erhöhte sich der Gewinn, der den Aktionären zusteht, um fünf Prozent auf fast 498 Millionen Euro. Mehr Steuern und Zinsaufwendungen durch die Finanzierung der Simcorp-Akquisition mäßigten den Gewinnanstieg.
An der Börse reagierte der Aktienkurs zunächst positiv, gab im weiteren Handelsverlauf jedoch nach, und markierte so eine Distanz zum Rekordhoch vom Februar. Der designierte Leithner folgt auf Weimer, unter dessen Führung sich der Aktienkurs fast verdoppelte, und wird damit in beträchtliche Fußstapfen treten. Der Marktwert der Deutschen Börse beläuft sich auf mehr als 34 Milliarden Euro, übertrifft damit die Bewertung der Deutschen Bank und der Commerzbank, bleibt jedoch hinter der London Stock Exchange zurück.