01. Mai, 2026

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Delivery Hero-Aktie erlebt Höhenflug nach abgeschlossenem Verkauf an Uber

Delivery Hero-Aktie erlebt Höhenflug nach abgeschlossenem Verkauf an Uber

Die Anteilseigner des Essenslieferdienstes Delivery Hero dürften aufatmen, denn der Markt feierte kürzlich die Veräußerung des Foodpanda-Geschäfts in Taiwan. Der daraus resultierende Geldregen stärkt nicht nur die Liquidität, sondern signalisiert auch einen Teiltriumpf des Unternehmens hinsichtlich seiner Verkaufsambitionen in Südostasien. An der Börse bejubelte man diese Wendung mit einem beeindruckenden Kursanstieg von 22 Prozent, der die Aktie weit über die psychologisch wichtige 30-Euro-Marke katapultierte.

Nach dem Durchbrechen des 200-Tage-Durchschnitts – ein im Börsenjargon gedeutetes bullishes Indiz –, setzt Delivery Hero ein positives Zeichen für eine stabile Aufwärtsentwicklung. Nach zwei vergeblichen Anlaufversuchen, von denen der letzte erst kürzlich im April stattfand, stellt sich nun die Frage nach der Nachhaltigkeit dieses Erfolgs. Obwohl die Aktie das Höchstniveau des Vormonats von nahezu 34 Euro noch nicht erreicht hat, weckt der aktuelle Kurssprung Hoffnung auf eine weiterhin positive Performance.

Der Berliner Konzern hat mit dem amerikanischen Mobilitätsriesen Uber einen Käufer für sein Geschäft in Taiwan gefunden und sich zugleich über den Erwerb neuer Aktien durch den Partner eine fast drei Prozent starke Beteiligung gesichert. Diese Partnerschaft, als angenehmer Coup gesehen, beruhigt Anleger, die noch im Februar von den abgebrochenen Verhandlungen um das Südostasiengeschäft entmutigt waren.

Marktexperten wie Clement Genelot von Bryan Garnier loben den Deal, da er die Liquiditätsengpässe und Schuldenbedenken ausräumt. Jefferies-Analyst Giles Thorne erinnert derweil an Delivery Heros Ruf als Akquisitionsprofi der Branche und nennt den Verkauf einen "perfekt getimten Ausstieg". Die damit einhergehende Verschuldungsreduktion könnte wieder das Interesse der Kapitalgeber wecken.

Die Zustimmung findet sich auch für die Beteiligung von Uber an Delivery Hero wieder. Die Analystin Lisa Yang von Goldman Sachs betont, dass Uber für die Anteile sogar einen 30-prozentigen Aufpreis zahlt, was als Vertrauensbeweis in den Wert des Unternehmens gewertet wird. Allerdings bleibt eine gewisse Unsicherheit im Raum: Das aus dem Geschäft resultierende Monopol von Uber in Taiwan könnte auf kritische Beobachtung stoßen, obwohl Schutzmaßnahmen im Vertrag angedeutet werden.

Trotz der vergangenen Turbulenzen, die die Delivery-Hero-Aktie vor allem durch die Unsicherheiten in Südostasien erlebte, zeigt sich ein positives Bild mit einem Plus von nahezu 24 Prozent im Jahr 2024. Die Zeiten des pandemiebedingten Rekordhochs über 145 Euro sind zwar vorbei, doch die jüngste Kehrtwende könnte die Vorfreude auf eine rosige Zukunft neu entfachen.