Die aktuellen Herausforderungen von Airbus und Merck haben am Dienstag zu kräftigen Kursverlusten im DAX geführt. Der deutsche Leitindex verlor bis zum Mittag mehr als ein Prozent und fiel auf 18.133 Punkte. Damit endete die Erholungsphase, die in der vergangenen Woche begonnen hatte, abrupt. Mittelfristig bleibt der Abwärtstrend bestehen.
Bei Airbus sorgten Abschreibungen in der Raumfahrtsparte sowie anhaltende Probleme in den Lieferketten für eine Senkung der Jahresziele. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern dürfte im laufenden Jahr nur noch etwa 5,5 Milliarden Euro erreichen, statt der zuvor erwarteten 6,5 bis 7,0 Milliarden. Auch die Auslieferungspläne wurden nach unten korrigiert: 2024 sollen nur noch etwa 770 Flugzeuge statt der ursprünglich geplanten 800 ausgeführt werden. Diese Meldungen führten zu einem Kursrutsch des DAX-Schwergewichts um über 11 Prozent.
Ein Händler bezeichnete die Meldung als eine „harsche Gewinnwarnung“. Banken wie JPMorgan und UBS senkten daraufhin ihre Kursziele, und die Deutsche Bank zog ihre Kaufempfehlung zurück. Auch die Aktien des Triebwerkherstellers MTU litten unter den Nachrichten und verloren fast 6 Prozent.
Merck enttäuschte die Anleger ebenfalls mit negativen Nachrichten: Aufgrund des Misserfolgs bei zwei fortgeschrittenen Studien wurde das gesamte Forschungsprogramm für das Krebsmittel Xevinapant eingestellt. Analysten hatten dem Medikament ein Milliardenpotenzial zugeschrieben. Die Aktien des Unternehmens brachen daraufhin um fast 10 Prozent ein. Peter Verdult von der Citigroup nannte dies eine „bittere Pille“.
Der MDax der mittelgroßen Börsentitel büßte knapp ein Prozent auf 25.467 Punkte ein, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 weniger stark nachgab.
Auf der positiven Seite erfreuten sich die Investoren des Kunststoffherstellers Covestro an Einsparplänen, mit denen das Unternehmen bis Ende 2028 jährlich 400 Millionen Euro einsparen möchte. Der Kurs stieg um 1,5 Prozent, nachdem Covestro Gespräche über eine Übernahme durch den staatlichen Ölkonzern Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bestätigte.
Im Bereich der Nebenwerte konnten die Anteile der Hornbach Holding zulegen. Dank wärmerer Wetterbedingungen in den Monaten März und April zu Beginn des neuen Geschäftsjahres steigerte der Baumarktkonzern seinen Umsatz, was zu einem Kursanstieg von 3,3 Prozent führte.