Der Dax zeigt sich am Dienstag von seiner kämpferischen Seite, indem er einem positiven Trend folgt, den die Wall Street vorgegeben hat: Vorbörsliche Signale deuten auf eine leichte Steigerung von 0,2 Prozent beim Dax, was ihm einen Sprung auf 18.217 Punkte und damit eine Annäherung an das Vorwochenhoch bescheren könnte. Somit scheint sich der Dax allmählich über den im April begonnenen Korrekturtrend zu heben, der nach dem Rekordstand von 18.567 Zählern eingeleitet wurde. Ähnlich optimistische Tendenzen sind auch beim paneuropäischen EuroStoxx zu spüren. Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners beobachtet die Entwicklung mit Spannung und weist darauf hin, dass der Dax gerade einen entscheidenden Bereich erreicht habe. Die Marke von 18.200 Punkten galt bisher als Schwelle, über der das Kaufinteresse schwand. Nun steht zur Debatte, ob sich genügend kapitalstarke Anleger für anhaltende Käufe finden lassen. Laut Altmann könnte eine Welle positiver Nachrichten den nötigen Anreiz für eine verstärkte Kaufbereitschaft bieten. In Erwartung dieser Anreize richtet sich der Blick auf die anlaufende Berichtssaison, wobei aus dem Dax bereits fünf Unternehmen ihre Quartalsergebnisse vorlegen. Zudem schüren Aussichten auf baldige Zinssenkungen in den USA Hoffnungen, was bereits in den vergangenen Tagen zu Kursanstiegen führte. Analysten der UBS bestätigen diese Erwartungen mit Hinweisen auf eine bevorstehende geldpolitische Lockerung und die bisher solide Gewinnlage der Unternehmen in der laufenden Berichtssaison. Infineon muss nach einem Top-Tag jedoch einen Dämpfer hinnehmen: Eine Senkung des Jahresausblicks setzt die Aktie mit einem Minus von drei Prozent unter Druck. Für das dritte Geschäftsquartal erwartet der Chiphersteller einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro und liegt damit etwas unter den Prognosen der Analysten. Heidelberg Materials erleidet nach Bekanntgabe seiner Zahlen lediglich einen geringfügigen Kursverlust von 0,1 Prozent, obwohl das erste Quartal eine rückläufige Nachfrage aufzeigt. Siemens Healthineers verbucht nach Vorlage seiner Ergebnisse ein Minus von 0,9 Prozent. Unterdessen können DHL Group mit einem Plus von 0,4 Prozent und Zalando mit einem Anstieg von 1,9 Prozent aufwarten, unterstützt durch den bereits wirkenden Sparkurs des Online-Modehändlers. Weitere Berichte kommen aus dem Bereich der Nebenwerte, wo Unternehmen wie FMC, Hensoldt, Jungheinrich, Teamviewer, Klöckner & Co, Norma Group oder Wacker Neuson ihre Quartalszahlen präsentieren.
Märkte
Dax tastet sich an Vorwochenhoch heran – US-Märkte geben positive Impulse