22. August, 2026

Märkte

DAX setzt Erholungskurs fort – Positive US-Inflationsdaten stützen Hoffnung auf Zinssenkungen

DAX setzt Erholungskurs fort – Positive US-Inflationsdaten stützen Hoffnung auf Zinssenkungen

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch erneut erholt und seine Gewinne ausgebaut, gestützt durch positive Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten. Der DAX stieg um 1,42 Prozent auf 18.630,86 Punkte und machte damit die Verluste der vergangenen drei Handelstage nahezu wett. Zuvor hatte der Leitindex ein Fünfwochentief markiert. Auch der MDax für mittelgroße Werte legte zu und schloss 1,19 Prozent fester bei 26.772,92 Punkten.

Die Verbraucherpreise in den USA für den Mai zeigten unerwartet eine Abschwächung der Teuerung im Vergleich zum Vorjahr, während eine Stagnation prognostiziert wurde. Ebenso sank die Kerninflationsrate, die ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise berechnet wird, stärker als erwartet. Diese Entwicklungen schüren Hoffnungen auf kommende Zinssenkungen der US-Notenbank Fed.

Der Fokus der Anleger richtet sich nun gespannt auf den Zinsentscheid der Fed, der nach europäischem Handelsschluss erwartet wird. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Währungshüter bereits jetzt eine geldpolitische Wende einleiten. Vielmehr richtet sich das Augenmerk darauf, ob die neuen Leitzinsprojektionen ein oder zwei Zinssenkungen für dieses Jahr antizipieren. Analysten wie Ulrich Wortberg von der Helaba und Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg sehen unterschiedliche Szenarien, wobei der Chefvolkswirt von Pantheon Macroeconomics, Ian Shepherdson, besonders optimistisch ist und bis Jahresende eine Reduktion um insgesamt 1,25 Prozentpunkte erwartet.

Neben dem deutschen Aktienmarkt profitierten auch die Börsen in Europa und den USA von diesen Zinshoffnungen. Der EuroStoxx 50 stieg um 1,4 Prozent, während die Märkte in Paris und London geringere Gewinne verzeichneten. Der Dow Jones Industrial schloss zum europäischen Handelsende mit einem Plus von 0,3 Prozent, und der Nasdaq 100 legte um 1,5 Prozent zu.

Für die deutschen Autobauer wirkten sich jedoch Sorgen über einen potenziellen Handelsstreit mit China sowie negative Nachrichten vom Zulieferer Stabilus belastend aus. Die EU-Kommission erwägt hohe Strafzölle auf chinesische E-Autos, worauf China mit Vergeltungszöllen droht. Stabilus-Aktien stürzten am MDax-Ende um 15,8 Prozent ab, nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose nach unten korrigiert hatte. Porsche AG, Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz zählten im Dax zu den größten Verlierern.

Im Gegensatz dazu stiegen die Aktien von SAP um 3,4 Prozent, angeregt durch positive Quartalszahlen des Konkurrenten Oracle, der zudem eine verstärkte Zusammenarbeit mit Microsoft und OpenAI ankündigte. Auch Google plant, Oracle-Datenbanktechnik in seiner Cloudplattform anzubieten.

Fortschritte in der Partnerschaft zwischen Evotec und Bristol Myers Squibb führten zu einer Zahlung von 20 Millionen US-Dollar und ließen die Evotec-Aktien mit einem Plus von 1,1 Prozent schließen.

Am Devisenmarkt profitierte der Euro von den US-Inflationsdaten und kletterte auf 1,0843 US-Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs zuvor auf 1,0765 Dollar fest. Auch der Rentenmarkt registrierte Bewegung: Die Umlaufrendite sank von 2,71 Prozent auf 2,65 Prozent, und der Rentenindex Rex stieg um 0,51 Prozent auf 124,01 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,70 Prozent auf 131,19 Zähler zu.