18. Februar, 2026

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Dax-Rekorde sprechen Bände: Zinshoffnungen beleben die Börsen, doch Analysten mahnen zur Vorsicht

Dax-Rekorde sprechen Bände: Zinshoffnungen beleben die Börsen, doch Analysten mahnen zur Vorsicht

der Dax eilt von Höchststand zu Höchststand, befördert von der Aussicht auf bald sinkende Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die damit verbundene Erwartung, dass günstigere Kredite die Wirtschaft ankurbeln könnten, lässt Anlegerherzen höherschlagen. Jens Ehrhardt, Vermögensverwalter bei DJE Kapital, blickt denn auch zuversichtlich auf die bevorstehenden Zinssenkungen als Impulsgeber für das Börsenjahr. Allerdings wird an den Märkten auch zur Besonnenheit geraten, denn die Unternehmen müssen erst beweisen, dass sie die aktuellen Kursvorschüsse verdienen – insbesondere da die deutsche Wirtschaft nach wie vor schwächelt.

Ein Blick auf die Zahlen untermauert die gespannte Stimmung: Der Dax hat sich im März auf etwa 18.500 Punkte emporgeschwungen, im ersten Quartal ein Plus von beachtlichen zehn Prozent verzeichnend. Über den Atlantik schauend, deutet sich auch für die US-Notenbank eine Richtungsänderung hin zu Zinssenkungen zur Jahresmitte an, und die Bank of England könnte ihrem Beispiel folgen. Die Schweizerische Nationalbank hat bereits einen Schritt voraus genommen und ihre Zinsen letzten Woche gesenkt.

Angesichts eines Rückgangs der Inflation erscheint die Entscheidung der Notenbanken, die wirtschaftlichen Stimuli zu erhöhen, als plausibel. Diese Entwicklung trägt dazu bei, dass Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen zunehmend attraktiv werden. Nichtsdestotrotz wachsen die Bedenken; so registriert JPMorgan, dass die jüngsten Kursanstiege kaum durch tatsächliche Gewinnentwicklungen der Firmen gestützt sind. Die Banker um Strategist Mislav Matejka merken an, dass für eine Rechtfertigung der hohen Aktienbewertungen die Unternehmensgewinne ebenfalls steigen müssen.

Felix Hüfner, Chefvolkswirt bei UBS Investment Bank, projiziert sogar ein mögliches Nachgeben des Stoxx Europe 600 gegen Jahresende um etwa zehn Prozent. Der Lohndruck bleibt im Euroraum eine besorgniserregende Angelegenheit – eine Situation, die angesichts einer mäßigen Nachfrage die Profitmargen drücken könnte.

In Deutschland treten die Spannungen zwischen dem Aktienmarkt und der realen Wirtschaft besonders stark hervor. Während die Wirtschaft nur schleppend Tritt fasst und Prognosen auf ein marginales Wachstum von 0,1 Prozent für dieses Jahr heruntergeschraubt wurden, steuert die Börse auf Rekordjagd. Benjardin Gärtner von Union Investment sieht die Erfolge im Index jedoch auf wenige Konzerne begrenzt, wobei SAP, Siemens und Airbus besondere Erwähnung finden. SAPs Wegbereitung in die Cloud und Siemens' Fähigkeit, zeitgemäße Lösungen anzubieten, zeugen von einer differenzierten Marktdynamik.

Trotz der beeindruckenden Performance des Dax weist Gärtner auf die umfassenden Herausforderungen hin, die die Wirtschaftstreibenden umtreiben. Die deutsche Wirtschaft steckt nicht nur in Transformationsprozessen hin zur Klimaneutralität und kämpft mit einer Energiemisere, sondern auch mit einem Reformstau. Während die aktuelle Börsenrallye Anlass für Optimismus liefert, bleibt die Tatsache bestehen, dass nicht alle aufgelisteten Dax-Unternehmen ihre 'Hausaufgaben' gleichermaßen bewältigt haben. Gärtner resümiert, dass der robuste Jahresstart des Leitindex zwar nicht die Überwindung aller Hürden bedeutet, aber doch Gewinner auch in schwierigen Zeiten aufzeigt.