22. August, 2026

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Dax konsolidiert nach starkem Vortag: Unsicherheiten dämpfen Anlegerlaune

Dax konsolidiert nach starkem Vortag: Unsicherheiten dämpfen Anlegerlaune

Der Dax musste nach einem dynamischen Vortag am Freitag erneut Einbußen hinnehmen. Ähnlich wie bei den US-Technologiewerten setzten auch die deutschen Börsen auf Konsolidierung ihrer jüngsten Kursgewinne. Politische und geldpolitische Unsicherheiten veranlassten die Anleger zu erhöhter Vorsicht, während der große Verfall an den Terminbörsen wenig Impulse lieferte.

Der Leitindex Dax sank am Nachmittag um 0,62 Prozent auf 18.141,18 Punkte und reduzierte sein Wochenplus auf 0,8 Prozent. Auch der MDax gab zum Wochenschluss nach und verlor 1,31 Prozent auf 25.379,56 Punkte.

„Das vermeintlich gestiegene Risikoappetit der Anleger in dieser Woche hat eher technische Ursachen als fundamentale Verbesserungen“, analysiert Pierre Veyret vom Broker Activtrades. Spekulanten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, deckten ihre Positionen ein, was zu erhöhten Kursbewegungen führte. Veyret erwartet weiterhin hohe Volatilität, solange keine Klarheit über die politische Lage in Frankreich herrscht.

Beachtung fand auch der Nebenwerteindex SDax, der sein 25-jähriges Jubiläum feierte. Trotz eines Verlustes von 0,6 Prozent am Freitag hat sich der Index seit seiner Einführung mehr als verfünffacht, womit er sich besser als der Dax, jedoch schlechter als der MDax entwickelt hat.

In New York zeichnete sich am Freitag eine zurückhaltende Eröffnung ab, nachdem bei den Technologiewerten am Vorabend Gewinnmitnahmen eingesetzt hatten. Der Technologietrendführer Nvidia verlor den Titel des teuersten Unternehmens der Welt wieder an Microsoft.

Diese Schwäche der US-Technologiewerte setzte sich auch in Deutschland fort. Infineon und Aixtron gaben um 3,1 Prozent beziehungsweise 2,7 Prozent nach. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor für Aixtron war der Bericht über Verzögerungen beim geplanten Bau eines deutschen Werkes durch den US-Chipkonzern Wolfspeed.

Im Stahlsektor herrschte ebenfalls schlechte Stimmung: Thyssenkrupp und Salzgitter mussten Verluste von bis zu 3,9 Prozent hinnehmen, nachdem Analyst Alain Gabriel von Morgan Stanley die Kursziele gesenkt hatte. Obwohl die Stahlpreise möglicherweise ihren Tiefpunkt erreicht haben, fehlt es den Kunden am Vertrauen, ihre Lager wieder aufzufüllen.

Kion geriet ebenfalls stark unter Druck und fiel um 6,3 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Mitte Januar. Auch der Lagertechnik-Konkurrent Jungheinrich verzeichnete einen Abschlag von 3,4 Prozent, nachdem die Schweizer Großbank UBS zurückhaltend zur Auftragslage Stellung bezogen hatte.

Nach Börsenschluss wurden am Freitag die neuen Index-Umbesetzungen im MDax und SDax wirksam. Varta musste den SDax bereits verlassen, nachdem der Konzern sein Umsatzziel wegen schwacher Nachfrage gekappt hatte, was am Freitag zwischenzeitlich zu zweistelligen Kursverlusten führte, die zuletzt auf 3,5 Prozent gemildert wurden.

Der Euro rutschte am Freitag unter 1,07 US-Dollar, nachdem sich die Stimmung in den Unternehmen des Euroraums im Juni verschlechterte. Am Nachmittag notierte der Euro bei 1,0692 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,0719 Dollar gesetzt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,48 Prozent auf 2,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 125,21 Punkte, während der Bund-Future um 0,30 Prozent auf 132,81 Punkte zulegte.