22. August, 2026

Märkte

Dax kämpft um Stabilität: Handelswoche endet mit herben Verlusten

Dax kämpft um Stabilität: Handelswoche endet mit herben Verlusten

Der deutsche Aktienmarkt hat den Freitag erneut mit signifikanten Kursabschlägen abgeschlossen. Der Dax verbuchte einen Rückgang von 1,44 Prozent auf 18.002,02 Punkte und rutschte dabei kurzzeitig erstmals seit sechs Wochen unter die 18.000-Punkte-Marke. Die wöchentliche Bilanz fällt mit einem Verlust von drei Prozent so hoch aus wie seit August des vergangenen Jahres nicht mehr.

Ein Blick auf die Charttechnik lässt wenig Raum für Optimismus. Der Dax bestätigt mit dem Kursrückgang den Abwärtstrend, der bereits am Vortag ausgelöst wurde, indem er unter die 21- und 50-Tage-Durchschnittslinien fiel. Dies sind wichtige Indikatoren für kurzfristige bis mittelfristige Trends. Zudem näherte sich der Index der 100-Tage-Linie, die seit November als wichtige Unterstützung für die langfristige Tendenz gilt. Der MDax, der die mittelgroßen deutschen Unternehmen umfasst, verzeichnete zum Handelsende ein Minus von 1,36 Prozent auf 25.719,43 Punkte.

Analyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets weist auf den anhaltenden Schock über das Ergebnis der Europawahl und die bevorstehenden Neuwahlen in Frankreich hin. Diese Entwicklungen belasten nicht nur die Börse in Paris, sondern auch Frankfurt. Zusätzlich sorgt der potenzielle Handelskonflikt mit China aufgrund angedrohter Strafzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge für Unsicherheit. "Die nächste Woche dürfte im Zeichen des Versuchs einer Stabilisierung stehen, viel mehr ist in der aktuellen Lage nicht zu erwarten," meint Oldenburger.

Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets zeigt sich ebenfalls pessimistisch. Seiner Einschätzung nach sind die Chancen auf eine erfolgreiche Vorrunde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft höher als auf einen Stimmungsumschwung an der Frankfurter Börse. Angesichts der zurückhaltenden Haltung der US-Notenbank Fed in Bezug auf Zinssenkungen, der gering ausgebildeten Zinserwartungen in Europa und diverser geopolitischer Spannungsfelder gebe es derzeit kaum Gründe, Aktien zu kaufen.

Auch die übrigen europäischen Handelsplätze schlossen mit Verlusten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 endete knapp zwei Prozent tiefer. In Paris waren die Verluste noch ausgeprägter, während London mit einem moderateren Minus abschloss. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial sank geringfügig, während der technologielastige Nasdaq 100 ein leichtes Plus verbuchte.

Eine Verkaufswelle erfasste deutsche Rüstungswerte. Rheinmetall-Aktien konnten einen zwischenzeitlichen Kursverlust von neun Prozent auf 5,3 Prozent eindämmen, blieben aber dennoch eine der schwächsten Dax-Aktien. Hensoldt im MDax und Renk verzeichneten jeweils Verluste von 2,9 Prozent. Die Papiere von Thyssenkrupp stabilisierten sich nach einem vorherigen Fall auf ein Dreieinhalbjahrestief. Insidern zufolge verstärkt der US-Investor Carlyle seine Bemühungen um den Erwerb der Mehrheit an Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Thyssenkrupp würde lediglich eine Minderheitsbeteiligung halten.

Der Euro fiel am Devisenmarkt zeitweise auf den tiefsten Stand seit Mai, konnte sich zuletzt jedoch wieder auf 1,0695 Dollar erholen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0686 Dollar festgelegt.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 2,61 Prozent auf 2,44 Prozent, während der Rentenindex Rex um 0,91 Prozent auf 125,31 Punkte stieg. Der Bund-Future verbesserte sich um 0,88 Prozent auf 133,01 Zähler.