08. Mai, 2026

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Corteva setzt zum brasilianischen Sprung an: Herausforderungen für Bayer

Corteva setzt zum brasilianischen Sprung an: Herausforderungen für Bayer

Der US-amerikanische Agrarchemie- und Saatgutgigant Corteva plant eine strategische Offensive im brasilianischen Sojasamenmarkt und strebt an, Bayermarkanteile abzujagen. Brasilien, der weltgrößte Produzent von Sojabohnen, steht dabei im Fokus von Cortevas Expansionsstrategie, wie CEO Chuck Magro in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg erläuterte. Magro zeigt sich zuversichtlich, dass Corteva bis Ende des Jahrzehnts 20 bis 30 Prozent der brasilianischen Sojaanbauflächen bedienen könnte.

Cortevas innovative Enlist-3-Saatguttechnologie, die speziell gegen Herbizide wie Glyphosat und 2,4-D-Cholin resistent ist, hat sich bereits erfolgreich auf dem US-Markt etabliert. In Brasilien hingegen bleibt der Marktanteil noch gering. Diese Saatgutlösung tritt im milliardenschweren Markt in direkte Konkurrenz zu den populären Roundup-Produkten von Bayer.

Für Bayer, das kürzlich seinen Geschäftsausblick aufgrund schleppender Agrargeschäfte revidieren musste, bedeutet das zusätzlichen Druck. Der brasilianische Sojabohnenmarkt leidet unter fallenden Agrarpreisen, wie auch Bayer-Agrochef Rodrigo Santos in seiner Quartalsanalyse einräumte.

Diese Herausforderungen spiegeln sich auch in der Performance der Bayer-Aktie wider, die 2024 aufgrund von Prognoseänderungen und rechtlichen Problemen im internationalen Glyphosatstreit massiv verlor und nun den letzten Platz im DAX einnimmt. Im Gegensatz dazu verzeichnet Corteva für das Jahr 2024 einen beeindruckenden Kurszuwachs von über 25 Prozent.