Die Aktien von Nvidia gerieten am Montagmorgen stark unter Druck und verzeichneten ein Minus von 23% im Vergleich zu ihrem Höchststand vor einem Monat. Grund dafür sind sowohl ein allgemeiner Rückgang der Technologieaktien als auch Berichte über Verzögerungen bei der Auslieferung der neuen, KI-optimierten Blackwell-Chips. Das Unternehmen hatte die Blackwell-Prozessoren Anfang des Jahres vorgestellt und verspricht damit eine mehr als doppelt so schnelle Ausführung von KI-Aufgaben im Vergleich zu den aktuellen Hopper-Chips. Auch ist die neue Generation energieeffizienter und flexibler einsetzbar. Nvidia plant die Produktion der Blackwell-Chips in der zweiten Jahreshälfte zu steigern, während die Hopper-Serie weiterhin an Großkunden wie Microsoft, Meta Platforms und Alphabet verkauft wird. Es wird erwartet, dass Hyperscaler in den nächsten zwei Jahren rund eine halbe Billion Dollar in den Ausbau ihrer Computerinfrastruktur investieren, um ihre umfangreichen Datensätze für unterschiedlichste Anwendungen zu nutzen. Ein Bericht der technologieorientierten Nachrichtenplattform „The Information“ legt jedoch nahe, dass Nvidia einen Designfehler in der Blackwell-Architektur entdeckt habe, was zu einer Verzögerung der Produktion um etwa drei Monate führen könnte. Analysten hatten mit ersten Einnahmen aus dem Verkauf der Blackwell-Chips im dritten Quartal dieses Jahres gerechnet. Die Chips sollten bis Ende des Jahres in die globalen Rechenzentren gelangen. Die hohe Nachfrage nach KI-Technologie und Nvidias dominierende Marktstellung könnte die Datenzentreneinnahmen des Unternehmens im nächsten Jahr auf bis zu 150 Milliarden Dollar steigern. Cody Acree, ein Analyst von Benchmark, betonte in einer Notiz nach Bekanntgabe der zweiten Quartalsergebnisse von Nvidia, dass das Unternehmen daran arbeite, die Verfügbarkeit der Blackwell-Chips für Unternehmenskunden und Cloud-Partner ab dem dritten Quartal sicherzustellen. Die operative Nutzung der Rechenzentren werde bis zum vierten Quartal erwartet. Der Goldman Sachs-Analyst Toshiya Hari, der kürzlich sein 'Conviction Buy'-Rating und das Kursziel von 135 Dollar für Nvidia bestätigte, zeigte sich zuversichtlich, dass die Einnahmen durch Blackwell weiterhin ein wesentlicher Bestandteil des kurzfristigen Wachstums des Unternehmens bleiben werden. Trotz der aktuellen Negativschlagzeilen prognostizierte Nvidia im Mai ein Umsatzwachstum im laufenden Quartal auf rund 28 Milliarden Dollar, was die Bedenken der Investoren zum Teil beschwichtigte. Einige Anleger fürchteten, dass Kunden ihre Bestellungen für die älteren H100-Chips stornieren könnten, um auf die neuen Prozessoren zu warten. Sollte die Kursentwicklung am Montag anhalten, würde die Nvidia-Aktie in den sogenannten Bärenmarkt eintreten, definiert durch einen Rückgang von 20% vom jüngsten Höchststand. Nvidia-Aktien schlossen am 18. Juni mit einem Allzeithoch von 135,58 Dollar.
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Chip-Riese Nvidia unter Druck: Blackwell-Verzögerungen belasten Aktie