31. August, 2025

Wirtschaft

Chinas Industrie-Sentiment bleibt schwach: Geringfügiger Anstieg zeigt kaum Wirkung

Die wirtschaftliche Lage in Chinas Industrie bleibt weiterhin angespannt, wie der jüngste staatliche Einkaufsmanagerindex (EMI) zeigt. Dieser wichtige Indikator für die Stimmung in großen, überwiegend staatlich geführten Unternehmen verharrte im August bei 49,9 Punkten, und liegt damit weiterhin knapp unter dem neutralen Schwellenwert von 50 Punkten. Trotz eines leichten Anstiegs um 0,1 Punkte im Vergleich zum Juli, sendet der Index eine deutliche Botschaft: Die Industrieaktivität in der Volksrepublik nimmt kontinuierlich ab, solange der Wert unter der entscheidenden Marke von 50 Punkten liegt.

Der Einkaufsmanagerindex gilt für Analysten und wirtschaftliche Entscheidungsträger als unverzichtbares Frühwarnsystem. Übersteigt der Index die 50-Punkte-Marke, signalisiert dies eine erwartete Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität. Ein Wert unterhalb dieser Marke hingegen indiziert eine Kontraktion, wie sie derzeit in China zu beobachten ist. Dies spiegelt die anhaltenden Herausforderungen wider, denen die chinesische Wirtschaft gegenübersteht.

Zu den maßgeblichen Faktoren, die zur derzeitigen wirtschaftlichen Flaute beitragen, zählen mehrere strukturelle und geopolitische Herausforderungen. Die anhaltende Immobilienkrise belastet das Wirtschaftswachstum; der schwächelnde Binnenkonsum mindert die Nachfrage und der belastete internationale Handel, insbesondere durch den anhaltenden Zollkonflikt mit den Vereinigten Staaten, verschärft die Lage. US-Präsident Donald Trump hat drastische Zölle von ursprünglich 145 Prozent auf chinesische Importe verhängt, woraufhin China mit Zöllen von 125 Prozent auf US-amerikanische Waren reagierte.

Infolge intensiver diplomatischer Verhandlungen wurde jedoch eine vorläufige Übereinkunft erzielt, die bis zum November 2023 eine Reduzierung der bestehenden Zölle auf 30 bzw. 10 Prozent vorsieht. Diese temporäre Entspannung in den Handelsbeziehungen hat zwar einen gewissen positiven Effekt, vermag jedoch die grundsätzlichen wirtschaftlichen Herausforderungen nicht zu lösen, die weiterhin Druck auf die chinesische Wirtschaftsleistung ausüben. Die kommenden Monate könnten entscheidend sein, um zu bestimmen, ob ein wirtschaftlicher Aufschwung realistisch ist oder ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, um die Balance im globalen Wirtschaftsumfeld zu wahren.