Die stillen Feiertage scheinen den deutschen Bundesanleihen eine kurze Verschnaufpause gegönnt zu haben, doch der Wiedereinstieg in die Handelswoche verheißt wenig Gutes für die Zinspapiere. Einen deutlichen Dämpfer erhielt der Euro-Bund-Future, der am Mittag eine signifikante Abschwächung von 0,77 Prozent auf 132,26 Zähler verzeichnete. Zeitgleich kletterten die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,39 Prozent und suggerieren dadurch weniger Appetit auf diese traditionell sicheren Anlagehäfen.
Ein wesentlicher Impulsgeber war die positive Konjunkturlage auf der anderen Seite des Atlantiks. Amerikanische Wirtschaftszahlen, die unerwartet stark ausfielen, haben den Zinsoptimismus getrübt und somit die Hoffnung auf eine baldige Leitzinssenkung in den Hintergrund gedrängt. Eine belebte Stimmung in der US-Industrie im Februar hat dabei maßgeblich zu diesem Stimmungsumschwung beigetragen.
Die jüngsten Einkaufsmanagerdaten aus der Eurozone ließen ebenfalls die Bundesanleihen nicht unberührt, denn sie wiesen auf einen nicht so starken Rückgang hin, wie in vorherigen Prognosen vermutet wurde. Allerdings bleibt das Signal auf Rezession im Sektor klar erkennbar.
Ermutigendes gab es indes von der Inflationsfront in Frankreich und Italien, wo die jüngsten Zahlen Raum für Spekulationen über zukünftige Zinssenkungen seitens der Europäischen Zentralbank boten. Auch aus den einzelnen Bundesländern Deutschlands mehren sich die Anzeichen, dass die Inflationsrate der führenden Volkswirtschaft im Euro-Raum zurückgehen könnte.
Überraschenderweise verpassten jedoch auch geopolitische Spannungen dem Anleihenmarkt keinen spürbaren Rückenwind. Trotz des vermutlich israelischen Angriffs auf iranische Vertretungen in der syrischen Hauptstadt und der Vergeltungsdrohung durch Irans geistliches Oberhaupt Ali Chamenei, blieben die Anleger von sicheren Häfen unbeeindruckt, und hielten sich von Bundesanleihen fern.