Boeing steht erneut in der Kritik wegen eines technischen Problems mit seiner Raumkapsel Starliner. Schlagzeilen, die dramatisches Szenario von im All gestrandeten Astronauten beschreiben, sind allseits präsent. Doch die Realität ist weit weniger dramatisch.
Zwar gibt es Verzögerungen bei der aktuellen Mission, die zwei Astronauten – Butch Wilmore und Suni Williams – zur Internationalen Raumstation (ISS) schicken sollte, dennoch wären beide im Ernstfall nicht hilflos. Die NASA hat die Möglichkeit, die Astronauten sicher und schnell mithilfe eines Konkurrenzunternehmens zur Erde zurückzubringen. Daher sind keine Astronauten im All gestrandet.
Der Grund für die Verzögerung liegt in einem technischen Defekt: Mindestens einer von 28 Antriebsdüsen, die die Kapsel steuern, funktioniert nicht ordnungsgemäß. Zusätzlich wurde ein Heliumleck festgestellt. Obwohl sowohl NASA als auch Boeing versuchen, die Situation positiv darzustellen, bleibt es eine Misere für die Raumfahrtabteilung des Konzerns. Einige Analysten sehen dies als weiteren Hinweis darauf, dass Boeing sich besser von diesem Geschäftsbereich trennen sollte.