Electra Therapeutics plant einen Börsengang im Volumen von bis zu 347 Millionen Dollar
Electra Therapeutics, ein Entwickler von Immunologie-Medikamenten in der klinischen Entwicklungsphase, strebt einen US-Börsengang im Volumen von bis zu 347 Millionen Dollar an. Das in San Francisco ansässige, von OrbiMed unterstützte Unternehmen bietet laut einer am Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlage 21,67 Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 14 und 16 Dollar je Aktie an. Am oberen Ende dieser Preisspanne würde das Unternehmen auf Basis der ausstehenden Aktien mit rund 978 Millionen Dollar bewertet, knapp unter der symbolisch bedeutsamen Marke von einer Milliarde Dollar.
Das Hauptmedikament richtet sich gegen eine seltene und lebensbedrohliche Immunreaktion
Electras wichtigster Medikamentenkandidat ist zur Behandlung der sekundären hämophagozytischen Lymphohistiozytose konzipiert, einer schweren Überreaktion des Immunsystems. Das Unternehmen führt derzeit eine globale klinische Studie der mittleren Entwicklungsphase mit dem Wirkstoff bei neu diagnostizierten Patienten durch, wie aus der Unterlage hervorgeht. Die Therapie hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA bereits den Status einer Breakthrough Therapy erhalten sowie von der Europäischen Arzneimittel-Agentur den Status eines vorrangigen Medikaments, zwei regulatorische Auszeichnungen, die üblicherweise beschleunigte Zulassungsverfahren für besonders vielversprechende Therapien gegen schwere Erkrankungen ermöglichen.
Der Börsengang trifft auf ein außergewöhnlich lebhaftes Marktumfeld
Der Börsengang von Electra fällt in eine für Arzneimittelentwickler geradezu euphorische Phase an den Kapitalmärkten. Börsengänge von Biotech- und Pharmaunternehmen haben in diesem Jahr bereits 6,8 Milliarden Dollar eingebracht, verglichen mit lediglich 1,3 Milliarden Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen, ein mehr als fünffacher Anstieg, der zeigt, wie stark sich die Stimmung gegenüber klinischen Biotech-Neuemissionen binnen eines Jahres gedreht hat.
Sanofi und weitere namhafte Investoren stehen bereits hinter dem Unternehmen
Zu den Investoren von Electra zählen mit OrbiMed, Westlake BioPartners und Redmile Group verbundene Einheiten. Bereits im Oktober hatte das Unternehmen rund 182,7 Millionen Dollar aus einer Serie-C-Finanzierungsrunde eingesammelt, angeführt von einer Einheit des französischen Pharmakonzerns Sanofi gemeinsam mit OrbiMed und Redmile. Zum 30. Juni dieses Jahres verfügte Electra laut der Unterlage über liquide Mittel und Zahlungsmitteläquivalente von 97,7 Millionen Dollar.

Der Verlust hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt
Wie bei klinischen Biotech-Unternehmen üblich, bleibt Electra weiterhin tief in der Verlustzone. Für die sechs Monate bis zum 30. Juni verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 58,6 Millionen Dollar, verglichen mit einem Verlust von 25,4 Millionen Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum, mehr als eine Verdoppelung, ein typisches Muster für Unternehmen, die ihre klinischen Studien im Vorfeld eines Börsengangs intensivieren und entsprechend höhere Entwicklungskosten tragen.
Namhafte Banken begleiten den geplanten Börsengang
Federführend beim Börsengang von Electra sind Jefferies Financial Group, die Toronto-Dominion Bank, Evercore sowie Cantor Fitzgerald. Die Aktien des Unternehmens sollen künftig am Nasdaq Global Select Market unter dem Kürzel ETRA gehandelt werden. Sollte der Börsengang zu den angepeilten Konditionen gelingen, würde Electra Therapeutics zu einem weiteren Beleg dafür, wie aufnahmebereit der Kapitalmarkt für vielversprechende, aber weiterhin unprofitable Biotech-Unternehmen mit fortgeschrittenen klinischen Programmen und regulatorisch anerkanntem Innovationspotenzial derzeit ist.



