20. Juni, 2024

Politik

Berufliche Integration von Ukrainerinnen und Ukrainern in Deutschland nimmt Form an

Berufliche Integration von Ukrainerinnen und Ukrainern in Deutschland nimmt Form an

Eine repräsentative Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert eine Zunahme der Erwerbsquote unter Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine auf 45 Prozent innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nach ihrer Flucht. Mit weiterem zeitlichen Abstand zum Fluchtzeitpunkt – nach zehn Jahren – soll diese Quote auf 55 Prozent anwachsen. Die Erwartungen des IAB liegen damit im Bereich der Erwerbsbeteiligungen von Geflüchteten, die während der Migrationsbewegungen von 2015 und 2016 nach Deutschland kamen.

Entscheidende Unterschiede zur damaligen Situation liegen jedoch in den veränderten Bedingungen des deutschen Arbeitsmarktes und der Zusammensetzung der geflüchteten Personen: Während vorher eine hohe Anzahl an alleinstehenden Männern eintraf, die keine familiären Verpflichtungen besaßen, sind aktuell die ukrainischen Geflüchteten häufig alleinerziehende Mütter. Dennoch weisen Männer nach fünf Jahren eine Erwerbstätigenquote von 58 Prozent auf, während Frauen 41 Prozent erreichen. Nach zehn Jahren steigen diese Zahlen auf 68 Prozent für Männer und 52 Prozent für Frauen.

Das IAB hebt hervor, dass die Familienkonstellationen und der Gesundheitszustand der Arbeitslosen eine Herausforderung für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt darstellen könnten. Gleichzeitig ist die hohe Bildung der Ukrainerinnen und Ukrainer ein Vorteil. Zudem fördert die Abschaffung des Asylverfahrens die berufliche Integration.

Ein wesentlicher Faktor für die berufliche Eingliederung ist nach Analyse des IAB die Sprachkompetenz. Gezielte Sprachförderung spielt daher eine entscheidende Rolle und trägt zur Reduzierung des Bezugs von Sozialleistungen bei.

Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat sich die Zahl der Ukrainischen Staatsbürger in Deutschland auf über eine Million erhöht. Die Bundesregierung arbeitet mit Instrumenten wie dem "Job-Turbo" an Konzepten, diesen Menschen zu Beschäftigung zu verhelfen. Dennoch weisen die Forschenden des IAB darauf hin, dass es sich bei ihrer Simulationsstudie um ein Basisszenario und keine exakte Vorhersage handle.