Die Wiener Börse konnte den Freitag mit einem leichten Kursgewinn abschließen. Obwohl der heimische Leitindex ATX am Nachmittag kurzfristig ins Minus gerutscht war, erholte er sich zügig und ging mit einem Plus von 0,23 Prozent bei 3609,47 Punkten ins Wochenende. Der breiter gefasste ATX Prime zeigte eine ähnliche Performance und stieg ebenfalls um 0,23 Prozent auf 1809,03 Zähler. Insgesamt beendete der ATX das erste Börsenhalbjahr mit einem Zuwachs von rund 5 Prozent. Die Nachrichtenlage in Wien blieb vor dem Wochenende insgesamt dünn, dennoch gab es wichtige Neuigkeiten bei der Raiffeisen Bank International (RBI). Österreichs Finanzmarktaufsicht verhängte gegen die RBI eine Geldstrafe in Höhe von 2,07 Millionen Euro. Trotz dieses Rückschlags legten die Aktien des Finanzinstituts 0,3 Prozent zu, verloren jedoch einen Großteil ihrer vorangegangenen Gewinne. Aktien der Erste Group verzeichneten ein kleines Plus von 0,1 Prozent, während die BAWAG im Branchenvergleich mit einem Anstieg von 0,9 Prozent am deutlichsten zulegte. Eine positive Analystenbewertung gab es für die Vienna Insurance Group. Die Erste Group hob das Kursziel für die Papiere des Versicherers von 28,5 auf 39,0 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung "Buy". Die Aktien schlossen den Handelstag mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent bei 30,50 Euro. Immofinanz erlebte einen beachtlichen Kurssprung von 9,5 Prozent, und auch die Aktien von CA Immo stiegen stark um 5,9 Prozent. Der Titel von S Immo legte um 0,9 Prozent zu. Auf der anderen Seite des Spektrums verzeichnete Lenzing mit minus 5,4 Prozent den größten Verlust, gefolgt von Verbund, dessen Aktien um 1,6 Prozent fielen. Datenseitig rückten zum Wochenschluss frische Inflationszahlen aus der Eurozone und Übersee in den Fokus. In Frankreich und Spanien ging die Teuerung im Juni leicht zurück und entsprach den Erwartungen der Analysten. In Italien stagnierte die Inflation, wie ebenfalls von Experten prognostiziert. In den USA deckten sich die aktuellen Inflationszahlen ebenfalls mit den Schätzungen. Darüber hinaus trübte sich die Stimmung der US-Verbraucher im Juni weniger stark ein als erwartet. Für die kommende Woche steht die Veröffentlichung einer ersten Schätzung zur Inflationsrate für Juni in der gesamten Eurozone bevor. Die Experten der Erste Group betonen hierbei die Wichtigkeit der Entwicklung der Dienstleistungspreise: „Wir erwarten eine leicht nachlassende Dynamik, wodurch auch die Gesamtinflation leicht absinken sollte. Ein weiterer Anstieg der Teuerungsrate von Dienstleistungen wäre eine negative Überraschung für die Märkte.“
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ATX beendet Börsenwoche mit moderaten Zuwächsen und Inflationszahlen im Blick