21. Mai, 2026

Märkte

Asien im Aufschwung: Märkte profitieren von Wall Street und geopolitischen Entspannungen

Asien im Aufschwung: Märkte profitieren von Wall Street und geopolitischen Entspannungen

Asiatische Märkte zeigten sich am Dienstag überwiegend freundlich, während Investoren gespannt auf die bevorstehenden US-Wirtschaftsdaten und die Quartalsberichte von Technologieriesen blicken. Die Ölpreise stabilisierten sich nach scharfen Rückgängen am Montag, da Israels Angriffe auf den Iran die Energieinfrastruktur unberührt ließen und die Gefahr einer Eskalation im Nahen Osten nachgelassen hat. Analysten verweisen darauf, dass sich die Sorgen der Ölmarktteilnehmer mittlerweile auf ein mögliches Überangebot im Jahr 2025 und eine Abschwächung der Nachfrage aus China, dem weltweit größten Ölimporteur, verlagert haben. Die US-Börsen schlossen am Montag im Plus; günstiges Öl und der bevorstehende Start einer arbeitsreichen Woche mit Wirtschaftsdaten stützten den Markt, der sich bereits nahe seiner Rekordstände bewegt. Für die USA stehen diese Woche unter anderem die Bekanntgabe des BIP-Wachstums für das dritte Quartal sowie der monatliche Arbeitsmarktbericht an. Beide sind von großem Interesse, da sie vor der nächsten Zinsentscheidung der Federal Reserve veröffentlicht werden, die direkt nach den US-Präsidentschaftswahlen erfolgt. Investoren erwarten zudem gespannt die Quartalszahlen von Technologiegiganten wie Alphabet, Amazon, Apple, Meta und Microsoft. Asiens Börsen orientierten sich stark an Wall Street: Tokio, Hongkong, Shanghai, Sydney, Kuala Lumpur und Jakarta verbuchten Gewinne, während Seoul, Singapur und Taipeh nachgaben. In Tokio konnte der schwächere Yen die Aktienkurse trotz politischer Unsicherheiten nach den Ergebnissen der Parlamentswahl, bei der die Regierungskoalition ihre Mehrheit verlor, stützen. Gleichwohl erwarten Investoren auch die Zinsentscheidung der Bank of Japan in dieser Woche. Alvin Tan von RBC Capital Markets kommentierte, dass, obwohl Tokios politische Szenerie die Geldpolitik der BoJ nicht direkt beeinflusse, das nächste Kabinett womöglich gezwungen sein werde, die öffentlichen Ausgaben zu erhöhen, was wiederum Druck auf die Bank ausüben könnte, bei der Zinspolitik vorsichtiger zu agieren. In China steht nächste Woche eine bedeutende politische Versammlung bevor, bei der Details eines erwarteten Stimulus-Plans zur Unterstützung der angeschlagenen Wirtschaft veröffentlicht werden könnten. Die People's Bank of China hat kürzlich ein neues Kreditinstrument eingeführt, um die Marktliquidität zu erhöhen, angesichts von Krediten im Umfang von etwa 2,9 Billionen Yuan, die im November-Dezember auslaufen. Stephen Innes von SPI Asset Management merkte an, dass Peking mit diesem Werkzeug darauf hofft, die Marktsentiments zu stärken und drohenden Liquiditätsengpässen entgegenzuwirken.