27. Mai, 2024

Politik

Anschlag auf Slowakeis Regierungschef: Fico überlebt Notoperation

Anschlag auf Slowakeis Regierungschef: Fico überlebt Notoperation

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico befindet sich nach einem Attentat nicht mehr in Lebensgefahr. Dies teilte Tomas Taraba, der rechtspopulistische Umweltminister und einer der vier Stellvertreter Ficos, dem britischen Sender BBC mit. Eine offizielle Stellungnahme seitens der Regierung oder der von Fico geführten Partei Smer fehlte zunächst; slowakische Medien beziehen sich daher auf Tarabas Aussagen. Es wird berichtet, Fico sei nach dem Eingriff im Krankenhaus der Stadt Banska Bystrica wieder bei Bewusstsein.

Am Mittwoch wurde der 59-jährige Premier bei einem Attentat schwer verletzt, der Täter wurde festgenommen. Das Attentat versetzte das EU-Mitgliedsland in einen Schockzustand und löste international Betroffenheit aus. Der Innenminister Matus Sutaj Estok erklärte, der 71-jährige Angreifer stamme aus Levice und habe aus politischem Unmut gegen die Regierungspolitik gehandelt. Berichten zufolge war der Täter früher als Sicherheitsmitarbeiter tätig und besaß eine legale Schusswaffe.

Nach dem Angriff in Handlova, bei dem Fico ein Polytrauma erlitt, wurde eine politische Parlamentssitzung abgebrochen und alle Kundgebungen der Opposition suspendiert. Der mutmaßliche Täter äußerte in einem an die Medien geleakten Video seine Ablehnung der geplanten Medienreform. Fico, der als polarisierende Figur bekannt ist, hatte zuvor die Opposition für ihre feindselige Haltung gegenüber seiner Regierung kritisiert.

Die Sanktionen gegen Russland werden von der Slowakei mitgetragen, Fico verlangt jedoch, dass diese Moskau stärker treffen und der Slowakei weniger schaden sollten. Internationale Politiker wie Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden verurteilen das Attentat und drücken ihre Anteilnahme aus.