07. Juli, 2026

Technologie

Anduril Industries erzielt Rekordfinanzierung und plant riesiges Produktionswerk

Anduril Industries erzielt Rekordfinanzierung und plant riesiges Produktionswerk

Das Verteidigungstechnologie-Startup Anduril Industries hat in einer neuen Finanzierungsrunde 1,5 Milliarden US-Dollar eingesammelt und beabsichtigt, mehrere hundert Millionen in den Bau einer neuen Anlage zu investieren. Dieses Werk soll die Herstellung von Raketen, Unterwasserfahrzeugen und anderen autonomen Waffensystemen deutlich skalieren und beschleunigen.

Der Deal, der Anduril mit 14 Milliarden US-Dollar bewertet, gehört zu den größten Risikokapitalfinanzierungen des Jahres und spiegelt sowohl den Erfolg des Unternehmens bei der Akquise von Regierungsaufträgen als auch das steigende Investoreninteresse an Verteidigungstechnologieunternehmen wider. Die Finanzierungsrunde der Serie F wurde von Peter Thiels Founders Fund und Sands Capital geleitet und war über einen Monat in der Vorbereitung. Sie verdoppelt nahezu Andurils Bewertung seit der letzten Finanzierungsrunde 2022, die 1,48 Milliarden US-Dollar einbrachte.

Das geplante Produktionszentrum namens Arsenal-1 wird mehr als 5 Millionen Quadratfuß umfassen, was etwa der Größe von 87 Fußballfeldern entspricht. Der genaue Standort steht noch nicht fest. Neben dem Ausbau seiner Produktionskapazitäten investiert Anduril auch in maßgeschneiderte Software und plant eine weitere Produktionsstätte, entweder in den USA oder einem verbündeten Land.

"Arsenal ist ebenso eine Philosophie wie eine Produktionsanlage", erklärte Andurils Chief Strategy Officer Christian Brose kürzlich. "Es ist eine völlig neue Denkweise zur Skalierung der Produktion." Arsenal-1 wird fast alle Anduril-Produkte an einem zentralen Ort fertigen. Das Unternehmen plant den Einsatz technologiegetriebener Produktionsprozesse, die von Firmen wie SpaceX und Tesla übernommen wurden, um Effizienz und Skalierung zu erhöhen.

Die neue Finanzierungsrunde ist ein großes Wagnis von Founders Fund und anderen Investoren, die darauf wetten, dass Startups wie Anduril Marktanteile von etablierten Verteidigungsunternehmen gewinnen können. Founders Fund ist eng mit Anduril verbunden: Trae Stephens, Mitbegründer und Executive Chairman von Anduril, ist ebenfalls Partner bei Founders Fund. Zu den neuen Investoren gehören Fidelity Management & Research Co., Counterpoint Global und Baillie Gifford.

Während Anduril einige bedeutende Verträge mit der US-Regierung und anderen Militärs gesichert hat, dominieren traditionelle Verteidigungsauftragnehmer weiterhin den Großteil der US-Verteidigungsausgaben. Das Unternehmen ist jedoch der Ansicht, dass die Kriege in der Ukraine und Gaza sowie die zunehmenden Spannungen mit China diese Situation verändern könnten.

Insbesondere will Anduril die US-Waffenproduktionskapazität erhöhen, die das Unternehmen als gefährlich unzureichend bezeichnet. Ein Bericht des Center for Strategic and International Studies stellte fest, dass den USA im Falle eines Krieges mit China in der Taiwanstraße einige Munitionstypen innerhalb weniger Wochen ausgehen könnten.

Arsenal-1 wird tausende Arbeitsplätze schaffen und jährlich zehntausende autonome Waffensysteme produzieren, so das Unternehmen. Die Anlage wird hauptsächlich handelsübliche Komponenten und einfache Designs verwenden, um schnelle Anpassungen zu ermöglichen. Die Fertigung, die derzeit an verschiedenen Standorten wie Kalifornien, Georgia und Sydney erfolgt, soll zentralisiert werden.

Das Ziel, so Brose, sei es, Anduril in die Lage zu versetzen, die von der US-Regierung seit Jahren geforderte Produktionsskala zu liefern. "Alles unter einem Dach zu haben, macht es möglich," sagte er.