24. Mai, 2024

Politik

Andrei Belousov setzt neue Maßstäbe in Russlands Verteidigungsausgaben

Andrei Belousov setzt neue Maßstäbe in Russlands Verteidigungsausgaben

Die Ära des Sergei Shoigu, Russlands bisherigem Verteidigungsminister, endete mit einem militärisch anmutenden Abschiedsakt, in dem er bei seiner letzten öffentlichen Aufführung als Minister Wladimir Putin vom Mausoleum Lenins aus salutierte – in einer Generalsuniform, reich geschmückt mit Orden. Doch sein Nachfolger, Andrei Belousov, zeichnet sich durch ein gänzlich anderes Profil aus. Belousov, ein in sowjetischer Zeit ausgebildeter Ökonom, kann auf keinerlei militärische Laufbahn zurückblicken und war bisher in verschiedenen Positionen als ziviler Wirtschaftsberater für Putins Interessen tätig.

Die unerwartete Ernennung Belousovs zum Oberhaupt des Verteidigungsministeriums am Sonntag weist laut Kennern beider Persönlichkeiten sowie russischen Analysten auf einen gewollten Richtungswandel in der Behandlung des seit zwei Jahren andauernden Ukraine-Konflikts durch den russischen Präsidenten hin. Putin scheint eine strengere ökonomische Lenkung der Verteidigungsausgaben zu bevorzugen, wobei Belousovs Expertise auf dieses Feld deutlich hindeutet. Mit diesem Schritt könnte eine strategische Neuorientierung Russlands in einer kritischen Phase seiner militärischen Agenda einhergehen.