Der Weg des DAX an der Börse gleicht einer Achterbahnfahrt und spiegelt ein stetes Auf und Ab wider, das Anleger in Atem hält. Die vergangenen Wochen zeichneten sich durch ein besonders intensives Wechselbad der Gefühle aus – zunächst verzeichnete der Index einen Rückgang um 2,2 Prozent, um sodann mit einem kraftvollen Satz um 4 Prozent näher an das Allzeithoch heranzurücken. Angesichts dieser Dynamik verliert die eingängige Börsenregel 'Sell in May' an Glaubwürdigkeit, besonders nachdem veränderte Erwartungen hinsichtlich der US-Zinspolitik frischen Wind in die Segel der Investoren bliesen.
Unter den Finanzmarktteilnehmern hat sich ein Konsens darüber herausgebildet, dass womöglich zwei Zinssenkungen durch die amerikanische Notenbank in diesem Jahr noch zu erwarten sind. Diese Aussichten setzen neue Impulse und könnten die Korrektur des DAX vom Quartalsbeginn, bei der er zeitweise um 5 Prozent fiel, relativieren. In der aktuellen Befragung zeigt sich, dass die Stimmung der institutionellen Anleger konstant bei einem Wert von +13 verharrt – trotz möglicher Positionswechsel während der letzten Wochen. Es entsteht der Eindruck, dass sowohl Optimisten als auch Pessimisten gleichermaßen Profite erzielt haben könnten.
Noch deutlicher ist die Stimmungsaufhellung bei den Privatanlegern ersichtlich, deren Sentiment sich um 8 Punkte auf +18 verbesserte und eine bemerkenswerte Schwenkung hin zum Optimismus verzeichnen konnte. Interessanterweise schlägt sich diese emphatische Zuversicht besonders bei den via Social Media befragten Teilnehmern nieder, die eine deutlichere optimistische Tendenz als der Rest des Panels zeigen.
Die institutionellen Börsenteilnehmer hingegen scheinen eine ruhigere Phase am Markt zu erwarten, was sich im hohen Anteil der neutral gestimmten Beteiligten von 33 Prozent manifestiert. Dies entspricht dem höchsten Niveau des Jahres und lässt auf eine geringere Volatilität schließen. Dennoch ist eine leicht bullishe Tendenz nicht von der Hand zu weisen, die bisher jedoch keine Bedrohung für den Aufwärtstrend des DAX darstellt. Ein Anstieg der Volatilität könnte jedoch kurzzeitig für Turbulenzen sorgen.
Zusammenfassend verdeutlicht die jüngste Befragung eine sich auftuende Stimmungslücke zwischen Institutionellen und Privatinvestoren, wobei Letztere die institutionellen Marktteilnehmer in Sachen Optimismus überholt haben. In dieser Phase wirft der DAX einen Schatten, der sowohl Hoffnung als auch Vorsicht verkörpert.