Die ING Gruppe, bekannt durch ihre deutsche Tochtergesellschaft als Direktbank, verzeichnet im ersten Quartal ein behauptetes Ergebnis trotz des abflauenden Rückenwinds durch steigende Zinsen. Mit einem Nettoergebnis nahezu auf Vorjahresniveau von etwa 1,6 Milliarden Euro übertraf die Bank die Prognosen der Analysten und setzt nun auf eine Stärkung des Eigenkapitals durch den Rückkauf eigener Aktien in Höhe von 2,5 Milliarden Euro.
Am Finanzmarkt wurden die Maßnahmen positiv aufgenommen. Eindrucksvoll kletterte die ING-Aktie im frühen Handel um mehr als sechs Prozent. Im Vergleich zum Jahresbeginn verbucht das Wertpapier nunmehr einen Anstieg von rund 17 Prozent.
Die Gesamterträge der Bank stellten sich mit 5,6 Milliarden Euro als konstant heraus, jedoch musste die ING einen Rückgang des Zinsüberschusses um fünf Prozent auf 3,8 Milliarden Euro verkraften. Die Bankführung begründet diesen Schritt mit den gestiegenen Kosten zur Geldbeschaffung am Finanzmarkt.
Im Privatkunden- sowie im Geschäftskundensegment konnte der Zinsüberschuss dem Vorjahresniveau die Waage halten. Dennoch sah sich die ING veranlasst, die Vorsorge für potenzielle Kreditausfälle um rund 70 Prozent auf 258 Millionen Euro zu erhöhen. Ebenso verzeichnete die Bank einen Anstieg der Gehälter sowie sonstiger betrieblicher Kosten um fünf Prozent.
Die deutsche Niederlassung der ING konnte bei den Zinsüberschüssen leicht zulegen, wenngleich die Gesamterträge sanken. Schlussendlich erwirtschaftete die Direktbank mit 255 Millionen Euro einen geringfügig niedrigeren Profit als im Vorjahr.
Die solide finanzielle Lage der ING Gruppe ermöglicht nun den umfangreichen Rückkauf eigener Aktien, eine Maßnahme, die von Marktbeobachtern bereits antizipiert wurde.