21. Juni, 2024

Politik

AfD behauptet sich in Wählerumfrage unbeeindruckt von innerparteilichen Querelen

AfD behauptet sich in Wählerumfrage unbeeindruckt von innerparteilichen Querelen

Die Alternative für Deutschland (AfD) trotzt den jüngst erlebten internen Unruhen und behauptet sich in der Wählergunst. Einer aktuellen Insa-Erhebung für die 'Bild am Sonntag' zufolge erreicht die Partei mit 17 Prozent den gleichen Zustimmungswert wie im Vormonat April. Die Christdemokraten konnten demnach leicht auf 30 Prozent zulegen, während die Sozialdemokraten einen Rückgang um zwei Prozentpunkte auf 14 Prozent hinnehmen mussten. Die Grünen halten sich stabil bei 13 Prozent, gefolgt von Freien Demokraten und Freien Wählern, die unverändert bei vier bzw. drei Prozent verweilen. Die Linke schrumpft geringfügig auf drei Prozent, und das frisch formierte Bündnis um Sahra Wagenknecht notiert bei sieben Prozent. Nicht etablierte Parteien summieren sich auf insgesamt neun Prozent.

Auf einer Wahlkampfveranstaltung im westdeutschen Marl zeigten sich die beiden AfD-Bundessprecher Alice Weidel und Tino Chrupalla sowohl reflektierend als auch kämpferisch. Weidel räumte ein, dass die vergangene Woche durchaus konfliktreich gewesen sei, gab sich aber optimistisch, gestärkt aus der Situation hervorzugehen und die Partei zu professionalisieren. Chrupalla bekannte sich zu individuellen Fehlern und dem Willen, daraus zu lernen. Beide verzichteten allerdings darauf, die Debatten um den aufgrund seiner SS-Äußerungen sanktionierten Spitzenkandidaten Maximilian Krah beim Namen zu nennen. Stattdessen betonte Chrupalla die Ablehnung von 'Egomanie' einzelner Mitglieder und die Notwendigkeit, Image-Schäden von der Partei fernzuhalten.

Auf dem Landesparteitag in Glauchau verwies der sächsische AfD-Landesvorsitzende Jörg Urban darauf, dass die Versammlung nicht der geeignete Ort sei, um die Bundespartei in Bezug auf das Krisenmanagement um Krah zu diskutieren, welcher der Veranstaltung selbst fernblieb.

Nach der Streichung Krahs von der Rednerliste einer Wahlkampfveranstaltung infolge seiner Kommentare zur SS in Interviews mit ausländischen Medien, begegnet die Partei der Europawahl nun ohne eine zentrale Spitzenfigur. Ungeachtet dessen streben Weidel und Chrupalla eine zweite Amtszeit als Parteiführung an. Beim bevorstehenden Bundesparteitag im Juni wollen sie sich gemeinsam zur Wiederwahl stellen und werden dabei vom nordrhein-westfälischen Landesverbandschef Martin Vincentz unterstützt.