21. Juni, 2024

Grün

Winzerinnen und Winzer im Südwesten kämpfen mit Wetterkapriolen

Winzerinnen und Winzer im Südwesten kämpfen mit Wetterkapriolen

Die ausgiebigen Regenfälle der letzten Wochen bereiten den Winzerinnen und Winzern im Südwesten Deutschlands erhebliche Sorgen. Holger Klein, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbands, wies auf die Herausforderungen im Bereich Pflanzenschutz hin. Die kontinuierliche Feuchtigkeit könnte langfristig Pilzerkrankungen wie den Falschen Mehltau begünstigen, warnte Klein. „Die andauernde Nässe ist alles andere als ideal“, erklärte er besorgt.

Eine ähnliche Meinung äußerte Peter Albrecht, Vizepräsident des Weinbauverbands Württemberg. "Sollte das Wetter unverändert bleiben, könnte der Falsche Mehltau ein ernsthaftes Problem werden", so Albrecht. Allerdings sei bisher in Württemberg noch keine akute Gefahr erkennbar.

Legionen von Winzern sind mit gleich mehreren Schaderregern konfrontiert: Falscher Mehltau, Echter Mehltau und Grauschimmelfäule zählen zu den bedeutendsten Bedrohungen für die Weinreben. Zur Bekämpfung dieser Schädlinge greifen konventionelle Weinbauern häufig zu Pflanzenschutzmitteln. Im Gegensatz dazu benötigen pilzwiderstandsfähige Sorten, die sogenannten Piwi-Rebsorten, deutlich weniger Pflanzenschutz.

Stefan Huschle vom Weingut Freiherr von und zu Franckenstein aus Offenburg sieht jedoch auch eine positive Seite der Regenfälle. "Die Niederschläge haben für ausreichend Wasserreserven im Boden gesorgt", sagte Huschle. In der Ortenau und anderen Regionen hatten Frostschäden die Weinberge beeinträchtigt, deren Auswirkungen regional unterschiedlich, aber bislang schwer abschätzbar seien. "Welche Auswirkungen dies letztlich auf den Ertrag haben wird, lässt sich erst im Herbst abschließend bewerten", fügte Huschle hinzu.

Nach einer früheren Schätzung des Weinbauverbands Württemberg waren bis zu 50 Prozent der Anbauflächen von Frost betroffen. Die Nachtfröste traten zuletzt Ende April auf, nachdem mildere Temperaturen zuvor das Austreiben der Reben forcierten.

Gemessen an der Rebfläche rangieren die Anbaugebiete Baden und Württemberg deutschlandweit auf den Plätzen drei und vier, nur übertroffen von Rheinhessen und der Pfalz.