16. Juni, 2024

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Windenergieexpansion: Umwelthilfe und IG Metall fordern stärkere EU-Produktionskapazitäten

Windenergieexpansion: Umwelthilfe und IG Metall fordern stärkere EU-Produktionskapazitäten

Angesichts des steigenden Bedarfs an Windenergieanlagen appellieren die Deutsche Umwelthilfe und die IG Metall Küste an die Politik, die Produktionskapazitäten in Deutschland und Europa wesentlich zu erhöhen. Diese Kernforderung ist Teil eines Pakets an Handlungsempfehlungen, die eine nachhaltige und sozialverträgliche Fertigung der Anlagen vorantreiben sollen. Unter anderem sollen Genehmigungsverfahren naturschonend beschleunigt werden, und faire Arbeitsbedingungen sowie angemessene Löhne für qualifiziertes Personal müssen verstärkt in den Mittelpunkt gerückt werden. Öffentliche Ausschreibungen sollen künftig soziale und ökologische Aspekte stärker gewichten.

Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, unterstrich die Notwendigkeit, dass politische Zusagen durch qualitative Kriterien bei Ausschreibungen konkretisiert werden müssen, um die Windenergiebranche sowohl als Klimaschützer als auch als attraktiven Arbeitgeber zu stärken. Hierbei betonte er insbesondere die Beachtung fairer Entlohnung bei der Vergabe von Flächen für Windkraftanlagen.

Nadine Bethge, stellvertretende Leiterin für Energie und Klimaschutz bei der Umwelthilfe, wies auf das Risiko hin, durch eine zu ausgeprägte Importabhängigkeit die lokale Produktion von Windkraftanlagen zu verlieren und damit die Energiewende, Arbeitsplätze sowie wichtige Finanzquellen für die Transition zu erneuerbaren Energien aufs Spiel zu setzen. Der Ausbau eigener Produktionskapazitäten wird als entscheidend für die Bewahrung europäischer Unabhängigkeit angesehen.

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, hatte bereits ein Jahr zuvor eine neue Strategie für die Windenergienutzung auf dem Land vorgelegt, die mehr Flächen und effizientere Genehmigungsverfahren vorsieht sowie die Förderung von Fachkräften. Trotz dieser Bemühungen ziehen Umwelthilfe und IG Metall eine ernüchternde Bilanz und sehen europäische Hersteller von Windkraftanlagen unter anderem durch Preissteigerungen und wachsenden internationalen Wettbewerb zunehmend in Bedrängnis.