22. August, 2026

Märkte

Wiener Börse mit leichter Korrektur nach drei positiven Tagen

Wiener Börse mit leichter Korrektur nach drei positiven Tagen

Der Wiener Aktienmarkt hat am Montag nach drei aufeinander folgenden Gewinntagen eine leichte Verschnaufpause eingelegt. Der ATX schloss mit einem Minus von 0,59 Prozent bei 3.684,49 Punkten, während der breiter gefasste ATX Prime um 0,59 Prozent auf 1.844,50 Zähler fiel. Auch andere europäische Börsen verzeichneten Verluste.

Am Freitag hatten noch Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed die Kurse dies- und jenseits des Atlantiks beflügelt. Dass die US-Börsen ihre Gewinne am Montag fortsetzen konnten und der Dow Jones neue Rekorde erreichte, konnte die heimischen Märkte jedoch nicht stützen.

Zum Wochenbeginn mussten die Marktakteure zudem das versuchte Attentat auf Ex-Präsident Donald Trump verarbeiten. 'Der Wahlkampf in den USA dürfte mit dem Attentat auf Trump in die heiße Phase eintreten, und es ist davon auszugehen, dass Trump den Vorfall für sich zu nutzen weiß und politisches Kapital daraus schlagen wird,' kommentierten Experten der Helaba. Beobachter gehen davon aus, dass Trumps Chancen bei den Präsidentschaftswahlen im November dadurch gestiegen sind. Der Parteitag der Republikaner, der von Montag bis Donnerstag stattfindet, rückt nun in den Fokus.

Konjunkturdaten spielten am Montag eine untergeordnete Rolle. Positiv überraschten allerdings die Daten zur europäischen Industrieproduktion sowie ein weniger stark als erwartet eingetrübter Stimmungsindikator aus dem US-Bundesstaat New York. Von Interesse dürfte zudem die kommende Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag sein.

Finanzaktien profitierten nur kurzfristig von den überraschend guten Quartalsergebnissen der US-Investmentbank Goldman Sachs. BAWAG schloss 1 Prozent im Minus, RBI verlor 0,2 Prozent, während Erste Group einen kleinen Gewinn von 0,3 Prozent verbuchte.

Industriewerte zeigten sich schwächer. Andritz verzeichneten ein Minus von 1,7 Prozent und auch die Versorgerwerte mussten Federn lassen. Verbund-Aktien sanken deutlich um 2,6 Prozent.

Palfinger-Aktien hingegen stiegen um 1,8 Prozent, nachdem die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung bestätigte. Analyst Lars Vom-Cleff rechnet trotz schwacher Kundennachfrage mit positiven Effekten durch eine Entspannung der Lieferketten und sinkende Inputpreise.

Im Telekomsektor legten Telekom Austria und EuroTeleSites im Vorfeld von Quartalszahlen um 0,1 beziehungsweise 1,1 Prozent zu. Austriacard eroberte mit einem Plus von 3,3 Prozent den Spitzenplatz im prime market, da die Titel morgen ex-Dividende gehandelt werden.