12. April, 2024

Grün

Weltweiter Wassermangel könnte Konfliktursache werden, warnt Unesco

Weltweiter Wassermangel könnte Konfliktursache werden, warnt Unesco

Ein stilles Mahnmal an die Weltgemeinschaft: Der jüngste Bericht der Unesco zum Thema Wasser lässt aufhorchen. Schwere Wasserknappheit plagt saisonal bereits etwa die Hälfte der Weltbevölkerung, während über zwei Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser besitzen und 3,5 Milliarden keinen Zugriff auf angemessene Sanitäreinrichtungen haben. Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay gab zu verstehen, dass dieses Defizit zu einem Friedensrisiko heranwachsen kann. Die Organisation appelliert an die Dringlichkeit, den Erhalt der Ressourcen voranzutreiben und ruft zu vermehrter regionaler sowie globaler Kooperation auf.

Nicht außer Acht zu lassen ist, dass der weltweite Süßwasserverbrauch weiterhin jährlich um ein Prozent ansteigt - eine Entwicklung, die durch veränderte Ernährungsgewohnheiten und den erhöhten Bedarf in Industrie und Privathaushalten zusätzlich angefacht wird. Landwirtschaft, Industrie und Haushalte verbrauchen respektive rund 70, 20 und 10 Prozent des entnommenen Süßwassers.

Besonders alarmierend ist die Einschätzung der Unesco, dass diese Knappheit Konfliktpotenzial bietet. Beispielhaft wird auf die Auseinandersetzungen in der Sahelzone hingewiesen, wo Fehlplanungen bei Wasserschöpfungsprojekten zu Streitereien um Wasser und Land geführt haben. Aus solchen Erkenntnissen leitet die Unesco die Empfehlung ab, verstärkt auf Kooperation bei grenzüberschreitender Wassernutzung zu setzen.

Angesichts der ambitionierten UN-Ziele, bis zum Jahr 2030 die Wassermissstände zu beheben - ein Unterfangen, das mehr und mehr utopisch anmutet - wird der jährlich von der Unesco gemeinsam mit ihrem World Water Assessment Programme für UN-Water erstellte Weltwasserbericht zu einem zentralen Instrument, um auf die brennenden Wasserthemen unserer Zeit aufmerksam zu machen.