17. Juli, 2024

Pharma

Vielversprechende Ansatzpunkte für objektivere Autismusdiagnosen im Mikrobiom entdeckt

Vielversprechende Ansatzpunkte für objektivere Autismusdiagnosen im Mikrobiom entdeckt

Die Diagnose von Autismus basiert derzeit stark auf den Beschreibungen der Eltern und den Beobachtungen von Fachleuten, was Raum für menschliche Fehler lässt. Eltern könnten durch ihre Besorgnis beeinflusst sein, wie sie Fragebögen beantworten. Fachleute könnten voreingenommen sein, was zu Unterdiagnosen bei bestimmten Gruppen führen könnte. Auch Kinder könnten aufgrund von Faktoren wie Kultur und Geschlecht sehr unterschiedliche Symptome zeigen.

Eine am Montag in der Fachzeitschrift *Nature Microbiology* veröffentlichte Studie verstärkt nun eine wachsende Zahl von Forschungen, die auf einen unerwarteten Weg hinweisen: das Darmmikrobiom.

Wissenschaftler analysierten über 1600 Stuhlproben von Kindern im Alter zwischen 1 und 13 Jahren und entdeckten dabei mehrere eindeutige biologische "Marker" in den Proben autistischer Kinder. Einzigartige Spuren von Darmbakterien, Pilzen, Viren und weiteren Bestandteilen könnten in Zukunft die Grundlage eines diagnostischen Werkzeugs bilden, sagte Qi Su, Forscher an der Chinesischen Universität von Hongkong und Autor der Studie.

Ein auf Biomarkern basierendes Werkzeug könnte Fachleuten helfen, Autismus früher zu diagnostizieren und somit den betroffenen Kindern früher Zugang zu wirksameren Behandlungen zu verschaffen. "Zu viel verlässt sich derzeit auf Fragebögen," sagte Sarkis Mazmanian, Mikrobiomforscher am California Institute of Technology. "Wenn wir zu etwas gelangen können, das messbar ist – was auch immer es sein mag – dann ist das ein großer Fortschritt."