Der jüngste Mord an einem hochrangigen Richter hat Mexiko erschüttert und das Augenmerk erneut auf die eskalierende Gewalt in der ehemals glamourösen Urlaubsstadt Acapulco gelenkt. Edmundo Roman Pinzon, ehemals Vorsitzender des Obersten Gerichts im Bundesstaat Guerrero, wurde nach lokalen Medienberichten am Mittwochnachmittag in seinem Auto erschossen aufgefunden.
Kurz nach Bekanntwerden des Verbrechens kündigten sowohl das Sicherheitsministerium als auch das Büro des Generalstaatsanwalts von Guerrero umfassende Ermittlungen an. Die Gouverneurin von Guerrero, Evelyn Salgado, erklärte in den sozialen Medien entschlossen: „Wir werden nicht zulassen, dass dieses Verbrechen ungesühnt bleibt.“
Acapulco, einst ein Hotspot für internationale Touristen, ist seit Jahren Schauplatz immer stärker werdender Kartellgewalt, die mittlerweile fast alle internationalen Besucher vertrieben hat. Der Bundesstaat Guerrero, in dem die Stadt liegt, erlebt derzeit einen erneuten Anstieg vorwiegend gangbezogener Verbrechen, die häufig auch die Ermordung von Politikern und politischen Kandidaten betreffen.
Nur einen Tag bevor Richter Pinzon ermordet wurde, traf sich Präsidentin Claudia Sheinbaum mit Sicherheitsbeamten und Gouverneuren in Acapulco. Die seit Oktober im Amt befindliche Präsidentin hat sich vorgenommen, den Rückgang der Mordrate, den sie als Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt erreicht hatte, auch landesweit zu realisieren. Allerdings waren ihre ersten beiden Monate im Amt geprägt von einem Anstieg der Kartellgewalt in mehreren Hotspots, darunter auch im Bundesstaat Sinaloa.