14. Juli, 2024

Wirtschaft

Verhandlungen der Tarifparteien: Kaum Spielraum für Gehaltsanpassungen?

Verhandlungen der Tarifparteien: Kaum Spielraum für Gehaltsanpassungen?

Die bevorstehenden Tarifverhandlungen für rund 60.000 Beschäftigte von Landes- und Förderbanken sowie diversen Sparkassen lässt vorsichtige Töne von den Arbeitgebern vernehmen. Dominik Lamminger, Mitglied der Geschäftsleitung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), machte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur klar: 'Wir erkennen die überraschende Inflationsentwicklung an, die jedoch nicht ausschließlich durch die Arbeitgeber ausgeglichen werden kann.' Angesichts der trüben wirtschaftlichen Aussichten für Banken müsse auch dies in den Verhandlungen berücksichtigt werden.

Die Gewerkschaft Verdi fordert zum Auftakt der Gespräche in Düsseldorf eine Gehaltserhöhung von 12,5 Prozent. Zusätzlich sollen die Mitarbeiter mindestens 500 Euro mehr pro Monat erhalten, um den Preisanstieg zu kompensieren. Der Deutsche Bankangestelltenverband (DBV) stellt sogar eine Forderung nach 14,5 Prozent oder mindestens 500 Euro mehr Gehalt auf.

Der Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck unterstrich den Anspruch, den Reallohnverlust der letzten zwei Jahre auszugleichen. Die Erwartungen der Beschäftigten seien dementsprechend hoch. 'Diese Tarifrunde wird herausfordernd, da wir kaum Verhandlungsspielraum nach unten sehen. Wir müssen möglichst viel von den 12,5 Prozent durchsetzen, um den Reallohnverlust zu kompensieren', sagte Duscheck.

Die Verhandlungen betreffen Angestellte von Landesbanken, Förderbanken, der staatlichen KfW, der Dekabank, verschiedenen Bausparkassen sowie zahlreicher Sparkassen wie der Hamburger Haspa.

In der letzten Tarifrunde 2021/2022 konnten sich Verdi und die Arbeitgeber erst nach sechs Verhandlungsrunden einigen. Damals wurde eine Erhöhung der Tarifgehälter um drei Prozent zum 1. Juli 2022 sowie weitere zwei Prozent zum 1. Juli 2023 vereinbart. Darüber hinaus erhielten die Beschäftigten Einmalzahlungen in Höhe von 1.050 Euro in zwei Tranchen. Eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 38 Stunden ab Januar 2024 wurde ebenfalls beschlossen.