18. September, 2026

Märkte

US-Einzelhandel überrascht positiv: Konsumenten trotzen hohen Energiepreisen

Die Einzelhandelsumsätze legten im August um 1,2 Prozent zu, deutlich mehr als von Ökonomen erwartet. Zwölf von 13 Kategorien verzeichneten Zuwächse.

US-Einzelhandel überrascht positiv: Konsumenten trotzen hohen Energiepreisen
US-Einzelhandelsumsätze steigen im August um 1,2 Prozent, deutlich mehr als von Ökonomen erwartet.

Ein deutlich stärkerer Anstieg als von Ökonomen erwartet

Die Einzelhandelsumsätze in den USA sind im August stärker gestiegen als erwartet, ein breit angelegter Anstieg, der die Widerstandsfähigkeit der amerikanischen Konsumausgaben unterstreicht. Der Wert der Einzelhandelskäufe legte um 1,2 Prozent zu, nach einem nach unten revidierten Rückgang von 0,5 Prozent im Juli, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Daten des Census Bureau hervorgeht. Der Median der Schätzungen einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen hatte lediglich mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet, die tatsächlichen Zahlen übertrafen diese Erwartung damit deutlich.

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Die Konsumenten trotzen hohen Energiepreisen und anhaltender Inflation

Der Bericht deutet darauf hin, dass die Verbraucher, der wichtigste Treiber des Wirtschaftswachstums, sich trotz wieder anziehender Energiepreise und anhaltender Inflation robust zeigen. Angesichts der zuletzt kräftig gestiegenen Kraftstoff- und Energiepreise, unter anderem infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, wäre eigentlich eine spürbare Zurückhaltung der Verbraucher zu erwarten gewesen. Stattdessen zeigen die aktuellen Zahlen, dass die amerikanischen Konsumenten ihre Ausgaben trotz dieser Belastungen bislang kaum einschränken.

Zwölf von dreizehn Einzelhandelskategorien verzeichnen Zuwächse

Besonders bemerkenswert an dem Bericht ist die Breite des Anstiegs. Zwölf der 13 im Bericht erfassten Einzelhandelskategorien verzeichneten Zuwächse, darunter auch Tankstellen sowie Online-Händler. Der Schulanfangs-Einkauf dürfte dabei die Ausgaben bei Kaufhäusern mit breitem Warenangebot ebenso gestützt haben wie die Ausgaben für Bekleidung, Sportartikel und Elektronik, klassische Kategorien, die zu Beginn des amerikanischen Schuljahres traditionell einen saisonalen Schub erhalten.

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Auch ohne Autos und Benzin zeigt sich ein robustes Bild

Ein wichtiger Test für die Aussagekraft solcher Zahlen ist stets der Blick auf die Kernrate, also die Umsätze ohne die volatilen Kategorien Autos und Benzin. Auch hier stiegen die Umsätze um 1,2 Prozent, exakt im Einklang mit dem Gesamtwert. Diese Übereinstimmung zeigt, dass der positive Trend nicht etwa durch einen einzelnen Sondereffekt wie steigende Benzinpreise künstlich aufgebläht wurde, sondern eine breit abgestützte Ausgabefreude der amerikanischen Verbraucher über nahezu das gesamte Einzelhandelsspektrum hinweg widerspiegelt. Zu beachten bleibt dabei, dass die Zahlen nicht inflationsbereinigt sind, ein Teil des nominalen Anstiegs geht also auch auf gestiegene Preise selbst zurück, nicht ausschließlich auf höhere tatsächlich gekaufte Mengen.

Für die US-Notenbank und die Finanzmärkte liefert der Bericht damit ein zweischneidiges Signal, einerseits ein Beleg für die anhaltende Widerstandsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft, andererseits ein zusätzliches Argument für jene, die angesichts robuster Konsumausgaben und persistenter Inflation vor einer zu schnellen Lockerung der Geldpolitik warnen.