18. Juli, 2024

Wirtschaft

Urlaubsstress: Wenn die Erholung auf der Strecke bleibt

Urlaubsstress: Wenn die Erholung auf der Strecke bleibt

Eine aktuelle Studie der Krankenkasse Pronova BKK offenbart, dass zahlreiche Arbeitnehmer in Deutschland Schwierigkeiten haben, im Urlaub komplett abzuschalten. Demnach kehren 24 Prozent der Befragten wenig ausgeruht aus ihrem Haupturlaub zurück, weitere 19 Prozent fühlen sich nur mäßig erholt.

Vor und nach der angeblich schönsten Zeit des Jahres berichten rund 60 Prozent der Angestellten von erhöhtem Stress, bedingt durch notwendige Mehrarbeit, um ihre Abwesenheit zu kompensieren. Im Durchschnitt summieren sich die Überstunden auf jeweils acht Stunden vor und nach dem Urlaub.

Die Umfrage zeigt zudem, dass fast die Hälfte der Arbeitnehmer (49 Prozent) mindestens 15 Tage Haupturlaub nimmt. Dennoch spielt der Job eine große Rolle: Rund die Hälfte der Befragten checkt auch im Urlaub regelmäßig ihre Mails, und knapp zwei Drittel geben an, in dieser Zeit beruflich kontaktiert zu werden. Durchschnittlich wenden die Befragten täglich 1,3 Stunden auf berufliche Tätigkeiten im Urlaub auf, während jüngere Arbeitnehmer zwischen 18 und 29 Jahren sogar von zwei Stunden berichten.

Erschreckend ist, dass nur 57 Prozent der Gesamtbefragten sich nach dem Haupturlaub sehr gut oder gut erholt fühlen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es sogar nur 48 Prozent. Zudem sind 62 Prozent der Arbeitnehmer bereits ein bis zwei Tage vor Urlaubsende gedanklich wieder bei der Arbeit, wobei drei von vier Führungskräften angeben, vorzeitig in den Arbeitsmodus zu wechseln, um Chaos bei der Rückkehr zu verhindern.

Patrizia Thamm, Wirtschaftspsychologin und Resilienz-Trainerin bei der Pronova BKK, betont die Bedeutung eines verbesserten Selbst- und Zeitmanagements. Eine klare gedankliche Distanz sei wesentlich, um den Urlaub tatsächlich genießen und abschalten zu können.