12. Juli, 2024

Grün

Unwetter in der Schweiz: Verheerende Schäden und menschliche Tragödien

Unwetter in der Schweiz: Verheerende Schäden und menschliche Tragödien

Heftige Unwetter haben in der Schweiz massive Erdrutsche und Überschwemmungen verursacht und erhebliche Schäden angerichtet. Im Misoxtal in Graubünden wurde ein vermisster Mensch tot aus einem Fluss geborgen, während die Hoffnung auf das Überleben von zwei weiteren Vermissten schwindet. Die Zerstörungskraft der Naturereignisse ist beträchtlich. Ein Polizeisprecher erläuterte, dass die Überlebenschancen aufgrund der riesigen Geröllmassen, die durch die Verschüttungen entstanden, relativ gering seien. Am Freitagabend wurden mehrere Häuser zerstört, jedoch gelang es, eine Frau am Samstagmorgen zu retten. Die Bahnstrecke von Visp nach Zermatt wurde teilweise beschädigt und musste gesperrt werden. Der autofreie Ort am Matterhorn im Kanton Wallis war mehr als 24 Stunden von der Außenwelt abgeschnitten. Ab Samstagabend verkehrten wieder Züge auf den letzten Kilometern ab Täsch, ansonsten wurden Busse als Ersatz eingesetzt. In Lostallo im Misoxtal zeigte sich das Ausmaß der Verwüstung eindrucksvoll. Der Erdrutsch riss drei Häuser mit sich und hinterließ einen breiten Schuttkegel. Die Suche nach den beiden vermissten Dorfbewohnern gestaltete sich schwierig. Forstingenieur Patrick Mottis, der bei den Aufräumarbeiten half, erklärte, dass die Suche auch den darunterliegenden Fluss umfasste. Außenminister Ignazio Cassis besuchte am Sonntag die betroffene Region, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Auch die Verkehrswege blieben nicht verschont. Die Nord-Süd-Straßen durch das Misoxtal nördlich des Comer Sees waren weitgehend gesperrt. Ein 200 Meter langes Stück der Autobahn A13 oberhalb von Lostallo wurde zerstört. An einer Stelle war die gesamte vierspurige Fahrbahn unterspült und eingestürzt. Das Bundesamt für Straßen (Astra) plante, ab Montag mit Reparaturen zu beginnen. 'Aber wir sprechen nicht von Tagen', sagte Astra-Sprecher Lorenzo Quolantoni. Trotz der Schäden konnte Zermatt ab Samstagabend wieder per Zug erreicht werden. Die Bahnstrecke zwischen Zermatt und Täsch wurde freigegeben, sodass Besucher, die ihre Autos in Täsch geparkt hatten, zu ihren Fahrzeugen zurückkehren konnten. Die Straße ins Rhonetal blieb offen, doch Bahnreisende mussten vorerst auf Busse zwischen Visp und Täsch ausweichen. An der Rhone und am Bodensee entspannte sich die Lage am Sonntag, nachdem die Regenfälle nachließen. Die Behörden konnten ihren Alarm am Ende des Wochenendes aufheben.