Ermittlungen ohne Ende
Kaum ein Monat vergeht, ohne dass neue Schlagzeilen den Branchenriesen erschüttern. Nun meldet Bloomberg, dass das US-Justizministerium seine Prüfungen vertieft – diesmal geht es um den Umgang mit Rezeptdienstleistungen und die Vergütung eigener Ärzte.

Das Unternehmen selbst verweist auf frühere Stellungnahmen, doch von offizieller Seite gibt es keine Entwarnung. Für Investoren verstärkt sich der Eindruck: UnitedHealth kommt nicht aus der Defensive heraus.
Alte Vorwürfe, neue Dynamik
Bereits im Sommer hatte der Konzern bestätigt, dass er sowohl straf- als auch zivilrechtlich im Visier steht. Immer wieder tauchen Betrugsvorwürfe auf, die das Vertrauen in den Marktführer belasten.
Dabei gilt UnitedHealth als Schwergewicht: Mit über 300 Milliarden Dollar Börsenwert zählt es zu den größten Unternehmen im Dow Jones. Doch Größe schützt nicht vor Reputationsschäden – und die häufen sich.
Buffett als Hoffnungsträger
Kurzzeitig blitzte Hoffnung auf, als bekannt wurde, dass Warren Buffetts Berkshire Hathaway eingestiegen ist. Für viele Anleger ein Gütesiegel, dass zumindest langfristig Potenzial vorhanden ist. Doch der Rückenwind verpuffte rasch. Zu groß ist die Unsicherheit, ob sich die laufenden Untersuchungen noch ausweiten und wie teuer mögliche Vergleiche oder Strafen ausfallen könnten.
Bewertungsfalle statt Schnäppchen
Trotz des massiven Kursrückgangs wirkt die Aktie keineswegs günstig. Ein KGV von rund 19 signalisiert: Hier ist noch immer viel Zukunft eingepreist, während die Gegenwart von juristischen Risiken überschattet wird.
Technische Erholungen scheiterten zuletzt mehrfach. Für Trader ist der Wert ein gefährliches Spiel, für Langfristanleger ein Fall für Geduld – oder Abstinenz.
Ein Konzern im Schatten der Justiz
UnitedHealth steckt in einem Dilemma: Als größter Krankenversicherer der USA ist es systemrelevant – doch genau diese Größe macht das Unternehmen auch zum Ziel. Politische Angriffe auf die Gesundheitsbranche, Betrugsvorwürfe und die verschärfte Regulierung treffen hier mit voller Wucht aufeinander.
Ob die Aktie je wieder ihre alte Stärke erreicht, hängt nicht nur von operativen Zahlen ab, sondern auch davon, wie die Justiz am Ende urteilt.
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