31. August, 2025

Pharma

Unerwarteter Führungswechsel bei Gerresheimer: Ausblick auf einen Neuanfang

Das im MDax aufgeführte Unternehmen Gerresheimer, bekannt als Spezialist für Pharmaverpackungen, steht unmittelbar vor einem strategischen Wechsel in der Finanzabteilung. Angesichts einer Phase der Unternehmensstagnation hoffen Investoren auf frische Impulse und eine positive Entwicklung des zuletzt unter Druck geratenen Aktienkurses. Eine umfassende Neuausrichtung lässt jedoch noch auf sich warten, da der ursprünglich für den 15. Oktober angesetzte Kapitalmarkttag vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

Bernd Metzner, der seit sechs Jahren als Chief Financial Officer (CFO) fungierte, hat seinen Rücktritt zum 31. August angekündigt, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Die Nachfolge tritt Wolf Lehmann an, der über umfangreiche Erfahrung in der Finanzführung verfügt. Lehmann war zuvor als Operating Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Triton tätig, wo er unter anderem den erfolgreichen Börsengang des Industrierecyclers Befesa begleitete. Seine Expertise und sein Hintergrund könnten entscheidende Faktoren für die bevorstehenden Herausforderungen bei Gerresheimer sein.

Die Börsen reagierten optimistisch auf diesen Führungswechsel: Bis zum Wochenschluss legte die Gerresheimer-Aktie um anderthalb Prozent zu, nachdem sie zuvor den niedrigsten Stand seit 2014 erreicht hatte. Diese Erholung seitens der Investoren findet statt, obwohl die Aktie im laufenden Jahr fast 40 Prozent ihres Wertes verloren hat und somit zu den schwächsten Titeln im MDax zählt.

Barclays-Analyst Pallav Mittal betonte, dass der lang erwartete Managementwechsel längst überfällig war. Die vorangegangenen Führungsstrategien wurden als überaus optimistisch eingeschätzt und führten zu regelmäßig korrigierten Zielsetzungen ohne nennenswerten Fortschritt. Vor diesem Hintergrund wird die Ernennung des neuen Finanzchefs Lehmann von den Aktionären positiv aufgenommen und mit hohen Erwartungen bedacht.

Das Unternehmen kämpft mit stagnierendem Wachstum, insbesondere beeinträchtigt durch eine schwächelnde Nachfrage im Kosmetikbereich. Die Prognosen für das aktuelle Geschäftsjahr, das bis Ende November läuft, wurden bereits zweimal nach unten korrigiert, und auch die mittelfristigen Wachstumsziele wurden im Juli einer Anpassung unterzogen.

Zudem verzichtete Gerresheimer auf geplante Übernahmen, da diese nicht im Interesse des Unternehmens und seiner Stakeholder gewesen wären. Dies führte zu vermehrten Forderungen der Analysten nach innovativen langfristigen Strategien. In einer entscheidenden strategischen Maßnahme verkündete der Konzern Anfang August den Verkauf des Behälterglas-Geschäfts, um den Fokus verstärkt auf die Pharma- und Biotechbranche zu richten. Diese Neuausrichtung soll das Unternehmen auf eine nachhaltige Wachstumsbahn führen und dem Kapitalmarkt signalisieren, dass Gerresheimer bereit ist, sich an die dynamischen Marktanforderungen anzupassen.