13. April, 2024

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Trockenkatastrophe in Simbabwe: Staat fordert internationale Hilfe

Trockenkatastrophe in Simbabwe: Staat fordert internationale Hilfe

Angesichts einer gravierenden Dürre hat der simbabwische Staatschef Emmerson Mnangagwa einen nationalen Notstand erklärt. Die ungewöhnlich geringen Niederschläge, die Experten auf das meteorologische Phänomen El Niño zurückführen, haben dazu geführt, dass Landwirte in Simbabwe lediglich etwas mehr als 50 Prozent der erwarteten Getreideernte einfahren konnten. Während einer öffentlichen Ansprache in Harare wies Mnangagwa darauf hin, dass in etwa 80 Prozent des Territoriums des Landes diese ungünstigen Wetterbedingungen herrschen.

Der Präsident betonte die Dringlichkeit der Lage und appellierte für finanzielle Unterstützung in Höhe von zwei Milliarden Dollar, um eine ernsthafte Hungersnot unter den etwa 17 Millionen Einwohnern des Landes abzuwenden. Die Situation ist Teil einer größeren Krise in der Region, da auch die Nachbarländer Sambia und Malawi bereits ähnliche Notstandserklärungen aufgrund der Auswirkungen von El Niño abgeben mussten. Laut Berichten des UN-Kinderhilfswerks Unicef sind momentan neun Millionen Menschen in Malawi und sechs Millionen Einwohner in Sambia von dieser Naturkatastrophe betroffen.

Darüber hinaus sind weitere Länder des südlichen Afrikas, darunter Mosambik, Botsuana und Angola, von der extremen Trockenheit heimgesucht, wobei Zehntausende bereits unter den Folgen leiden. Die Weltwetterorganisation (WMO) klassifiziert den aktuellen El Niño als einen der fünf stärksten der letzten Jahrzehnte. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) verzeichnete den trockensten Februar in der Region seit vierzig Jahren und hebt hervor, dass etwa 70 Prozent der südlichen afrikanischen Bevölkerung auf die Landwirtschaft als ihren Lebensunterhalt angewiesen sind. In dieser Hemisphäre steht nun der Herbst bevor, was zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen könnte.