08. Mai, 2026

Politik

Tausende ukrainische Zivilisten in russischer Gefangenschaft – Der Kampf ums Recht

Tausende ukrainische Zivilisten in russischer Gefangenschaft – Der Kampf ums Recht

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte bei einer Menschenrechtskonferenz in Kiew auf das Schicksal tausender Ukrainer aufmerksam, die sich in russischen Gefängnissen befinden. Unter ihnen sind auch mindestens sechs Bürgermeister und Gemeindevorsteher, die laut Selenskyj in russischer Gefangenschaft ausharren müssen. Diese erschreckenden Zahlen umfassen viele Kriegsgefangene, von denen bisher 3.767 aus der Gefangenschaft freigelassen werden konnten. Dmytro Lubinez, der Menschenrechtsbeauftragte der Ukraine, ergänzte, dass die Zahl der Inhaftierten „wesentlich größer“ sei und erst nach der Befreiung ukrainischer Gebiete vollständig überprüft werden könne. Besonders erschütterte Geschichten wie die von Jewhenij Matwjejew, dem Bürgermeister von Dniprorudne, zeichnen ein düsteres Bild. Matwjejew wurde im März 2022 gefangen genommen, als er seiner Gemeinde zu Hilfe kommen wollte, und erlangte Bekanntheit, als er mutig einer russischen Panzerkolonne entgegentrat. Nun wurde seine Leiche nach über zwei Jahren der Ukraine übergeben, begleitet von Berichten über Folter während seiner Gefangenschaft. Besonders hervorzuheben ist die Erzählung von Iwan Fedorow, selbst ehemals als Bürgermeister von Melitopol in Gefangenschaft, der das Schicksal seines Amtskollegen Matwjejew publik machte. Auch Ihor Kolychajew, einstiger Bürgermeister der wichtigen Stadt Cherson, gilt nach seiner Festnahme als vermisst und soll Berichten zufolge auf der Krim gesehen worden sein. Die Berichte über Menschenrechtsverletzungen durch russische Truppen reißen unterdessen nicht ab, während die Ukraine sich weiterhin tapfer gegen die anhaltende Invasion zur Wehr setzt.